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MagazinVegane ErnährungIsabel’s Kolumne – Ein bewusster Lebensstil komplettiert die vegane Ernährung

Isabel’s Kolumne – Ein bewusster Lebensstil komplettiert die vegane Ernährung

Verfasst von: Barbara Beil
4 min 10.02.2018 20.03.2026

„Wer sich vollwertig vegan ernährt, schützt sich vor Krankheiten, hat ein durchschnittlich gesünderes Gewicht und eine hohe Wahrscheinlichkeit, länger zu leben.“ Solche Aussagen haben ihre Berechtigung, da uns die Wissenschaft großzügig aufzeigt, dass eine pflanzliche Kost gesundheitlich vorteilhaft sein kann. Tatsächlich spielt die Ernährung eine beachtliche Rolle, wie stark unser Immunsystem ist, wie unsere Blutwerte ausfallen und wie leistungsfähig wir sind. Daneben gibt es jedoch noch eine Handvoll anderer Faktoren, die meiner Meinung nach nicht aus den Augen verloren werden sollten. In unserer leistungsorientierten und hektischen Welt sehe ich leider immer wieder, wie sich die Menschen verausgaben, die ureigenen Werte und sich selbst dabei vergessen. Da mag die Ernährung stimmen; aber ihr stressiger Arbeitsalltag, die Überforderung mit der Familie und die Sorgen um die aktuelle politische Lage führen letztlich dazu, dass sie diese innere Anspannung krank macht.

Der Schritt zum Veganismus beginnt für die meisten aus einem empathischen Motiv heraus. Empathie für unsere Mitgeschöpfe, Mitmenschen und unseren Planeten Erde. Damit geht zeitgleich ein gewisses Maß an Bewusstsein einher, das wir in unserem Alltag leben und das nicht mit der Mahlzeit auf unseren Tellern aufhört. Bewusstsein für andere; aber auch Bewusstsein für unser eigenes Leben?

Wenn man im Duden die Definition für das Wort „bewusst“ nachschlägt, stößt man auf Begriffe, wie „absichtlich“, „willentlich“ oder „geistig wach.“ Somit könnte man sagen, dass bei vollem Bewusstsein eine gewillte und geistig wache Entscheidung getroffen oder Handlung vollzogen wird. Meiner Erfahrung nach setzen die meisten Veganer nicht nur auf tierfreie Nahrungsmittel, sondern achten ebenso beim Kauf weiterer Produkte auf die ethisch vertretbare und faire Alternative. Bei unseren Nahrungsmitteln werden wir jedoch in der Regel viel häufiger vor die Entscheidung gestellt, welches Produkt es denn nun sein soll, als beim Kauf eines Kleidungs- oder Möbelstücks. In all diesen Aspekten können wir nachhaltig und sozial handeln, Bewusstsein demonstrieren und Unterstützung leisten.

Auf der anderen Seite geht es aber ebenbürtig um das Bewusstsein über das eigene Leben, die eigene Gesundheit und den Umgang mit seinem kleinen Umkreis, den Mitmenschen. Denn das sind genau jene Faktoren, die unser tägliches Wohlbefinden und somit unsere Gesundheit massiv beeinflussen. Faktoren, bei denen wir tatsächlich veränderungswürdige Taten vollziehen können. Verausgaben wir uns für Dinge, die in der Ferne liegen, begeben wir uns in die Opferrolle und lamentieren über die derart verkehrt ablaufenden Geschehnisse auf dieser Welt, so haben wir meist keinen positiven Einfluss auf unseren physischen und psychischen Zustand. Denn sobald wir Negatives fokussieren und uns im Stress verlieren, kann uns in der Regel auch die beste Ernährung nicht dabei helfen, in optimalem Wohlergehen zu leben.

Meiner Meinung und Erfahrung nach sind die Selbstfürsorge sowie alle Taten und Gesten im eigenen Mikrokosmos, unserem Umfeld, der Schlüssel für ein Leben im Einklang mit sich Selbst und allen anderen. Ist unser Glas nicht voll, so sind wir selbst nicht resilient genug, um unsere Hilfe im außen anbieten zu können. Stehen wir jedoch in unserer Kraft, sind zugleich alle unsere Handlung für die Mitmenschen, -lebewesen und den Planeten von enormer Unterstützung geprägt. Somit sehe ich ein von unserem Verstand als „egoistisch“ beurteiltes Verhalten, die Selbstfürsorge, eher als altruistisch und dem Gemeinwohl dienend an. Aber wie lässt es sich letztlich umsetzen, in die eigene Kraft zu kommen?

Die Ernährung kann als physischer Baustein die optimale Grundlage für einen gesunden Körper, hohe Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit bieten. Dabei hat eine vollwertige, pflanzliche Ernährung nicht nur wissenschaftlich untermauert, sondern ebenso aus meiner Erfahrung und der Erfahrung meines Umfelds das optimale Potential, uns ganzheitlich zu nähren. Auch ausreichend Wasser zu trinken, ist ein nicht zu vernachlässigender Faktor, zumal unser Körper zum größten Teil aus Wasser besteht. Sind wir nun gut genährt, verlangt unser Körper nach Aktivität und Bewegung; die Vielzahl an körperlichen und psychischen Vorteile bekommen wir tatsächlich zu spüren, wenn wir anfangen, auf welche Art auch immer, aktiv zu werden. Es muss kein tägliches Workout oder das Marathontraining sein; jede Art von Bewegung zählt und vor allem sollte es Freude machen. Sport ist eine optimale Möglichkeit, die Anspannung und druckbehaftete Energie aus dem Stress abzubauen; das körperliche Wohlbefinden und zugleich das Lebensgefühl steigen enorm an. Der dritte Faktor für ein erfolgreiches Pflegen des eigenen Wohlbefindens ist die notwendige Entspannung, Ruhe, Erholung; und das mag für jeden genauso etwas individuelles sein, wie der Sport. Sei es ein Spaziergang in der Natur, das Lesen eines Buches mit Texten für die Seele, ein heißes Bad, der Gang in die Sauna, die Yoga- oder Meditationspraxis. Es bedarf oft überhaupt nicht lange, um wieder mehr bei sich selbst anzukommen. Bauen wir das ein oder andere kleine Bewegungs-, Entspannungs- und Ernährungsritual in unseren Alltag ein, kann das große Auswirkungen auf das Leben haben, auf unseres und das unserer Mitmenschen.

Bewusstsein beginnt in unserem Kopf, mit unseren Gedanken und wird über unsere Gewohnheiten, die wir an den Tag legen, fortgesetzt. Der Schritt zum Veganismus ist schon alleine durch die damit verbundenen Motive mit einem wesentlichen Maß an Bewusstsein verknüpft, keine Frage! Aber um unsere Welt auch wirklich positiv beeinflussen zu können, sollten wir bei uns selbst anfangen und in unserem nahen Umfeld weitermachen. Es hilft der Welt auf jeden Fall, wenn wir tierische Nahrungsmittel und Gebrauchsgegenstände meiden. Wenn wir jedoch Selbstfürsorge praktizieren und darauf achten, dass es uns gut geht, können wir dieses Bewusstsein mit einer deutlich größeren Auswirkung in die Welt tragen; und dabei auch gesünder und froher leben. Denn vor allem in unserer von Hektik getriebenen Gesellschaft fallen wir selbst sehr schnell mal unter den Tisch und als Resultat bekommen wir das ein oder andere, kleine oder doch größere Wehwehchen präsentiert.

 

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  • Titelbild – Isabel Bernhauser: Bildrechte beim Autor
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Über Barbara Beil

Barbara Beil ist Ökotrophologin (B. Sc.) und Ernährungswissenschaftlerin (M. Sc.). Im Rahmen ihrer Masterarbeit forschte sie am Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR). Als Dozentin bei ecodemy begleitet sie Studierende rund um gesunde, pflanzenbasierte Ernährung – ihr Lieblingsthema ist die Sporternährung, die sie als Deutsche Meisterin im Kraftdreikampf auch selbst lebt.

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Leser-Interaktionen

Kommentare

  1. avatarNour meint

    10. Februar 2018 um 18:51

    Einfach wundervoll von einem Naturtalent geschrieben! Isabel hat es genau auf den Punkt gebracht – ich bin sprachlos! Super!

    Antworten
    • avatarIsabel Bernhauser meint

      12. Februar 2018 um 9:01

      Liebe Nour,
      ganz besonders herzlichen Dank für deine wundervollen Worte zu dem Artikel! Freut mich, dass er dir gefällt.
      Liebste Grüße,
      Isabel!

      Antworten

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