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MagazinNeuroernährungDarm-Hirn-Achse: Wie Darm und Gehirn miteinander kommunizieren

Darm-Hirn-Achse: Wie Darm und Gehirn miteinander kommunizieren

Verfasst von: Joelina Dietrich
Wissenschaftlich geprüft durch: Susan Kerwien
6 min 26.04.2026 07.07.2026 KI-gestützt erstellt Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung auf Basis wissenschaftlicher Fachliteratur erstellt – derselben Quellenbasis, die wir auch für unsere staatlich zugelassenen Online-Kurse nutzen. Alle Inhalte durchlaufen mehrere Qualitätsstufen und werden vor der Veröffentlichung qualitätsgeprüft und freigegeben. Ein Mensch steht dahinter – namentlich, mit Fachkenntnis.

Stillleben mit mikrobiomfördernden Lebensmitteln: Sauerkraut, Hülsenfrüchte, buntes Gemüse, Nüsse und Vollkornprodukte auf einem Holztisch. Natürliches Licht, ansprechend arrangiert.

Inhaltsverzeichnis

  • Was ist die Darm-Hirn-Achse genau?
  • Wie kommunizieren Darm und Gehirn miteinander?
  • Welche Rolle spielt das Mikrobiom für die mentale Gesundheit?
  • Wie beeinflusst vegane Ernährung die Darm-Hirn-Achse?
  • Was sind Psychobiotika – und was können sie wirklich leisten?
  • Welche Alltagssymptome können auf eine gestörte Darm-Hirn-Kommunikation hinweisen?
  • FAQ: Häufige Fragen zur Darm-Hirn-Achse
    • Was genau versteht man unter der Darm-Hirn-Achse?
    • Kann die Ernährung wirklich die Stimmung beeinflussen?
    • Welche Rolle spielt der Vagusnerv bei der Darm-Hirn-Achse?
    • Ist vegane Ernährung gut für die Darm-Hirn-Achse?
    • Was sind Psychobiotika?
    • Kann Stress die Darmgesundheit dauerhaft beeinträchtigen?
    • Wie schnell reagiert das Mikrobiom auf Ernährungsänderungen?
  • Fazit: Die Darm-Hirn-Achse als Brücke zwischen Ernährung und mentalem Wohlbefinden

Kennst du das Gefühl, wenn Prüfungsangst buchstäblich auf den Magen schlägt? Oder wenn anhaltender Alltagsstress plötzlich die Verdauung aus dem Takt bringt? Hinter diesen vertrauten Körperreaktionen steckt ein hochkomplexes biologisches System, das die Wissenschaft erst in den vergangenen Jahren in seiner vollen Tragweite erfasst hat: die Darm-Hirn-Achse. Was lange als sprichwörtliches Bauchgefühl galt, erweist sich als bidirektionale Kommunikationslinie zwischen Verdauungssystem und Gehirn – mit weitreichenden Konsequenzen für Stimmung, Stressresilienz und mentales Wohlbefinden. Ein Befund illustriert das besonders eindrücklich: Rund 95 Prozent des körpereigenen Serotonins werden nicht im Gehirn, sondern im Darm produziert (Cryan et al., 2019 | PMID: 31460832). Was du isst, beeinflusst also unmittelbar, wie du dich fühlst – Stand 2026 ist das keine Spekulation mehr, sondern gut dokumentierte Forschung.

Das Wichtigste in Kürze

  • Bidirektionale Verbindung: Die Darm-Hirn-Achse funktioniert in beide Richtungen – das Gehirn beeinflusst die Darmfunktion, und der Darm sendet kontinuierlich Signale zurück ans Gehirn (Margolis et al., 2021 | PMID: 33493503).
  • Serotonin im Darm: Rund 95 % des körpereigenen Serotonins entstehen im Magen-Darm-Trakt und regulieren dort Darmbeweglichkeit sowie Signalübertragung (Cryan et al., 2019 | PMID: 31460832).
  • Vagusnerv als Hauptkanal: Der Nervus vagus ist die wichtigste anatomische Direktverbindung – rund 80 % seiner Fasern leiten Informationen vom Darm zum Gehirn (Tyler et al., 2020 | PMID: 32323181).
  • Mikrobiom als Schaltzentrale: Die Billionen von Mikroorganismen im Darm beeinflussen Stimmung, Stressreaktion und kognitive Funktionen über Neurotransmitter-Vorstufen, kurzkettige Fettsäuren und Immunbotenstoffe (Dinan et al., 2017 | PMID: 28806201).
  • Pflanzliche Ernährung als Mikrobiom-Booster: Eine ballaststoffreiche, pflanzenbasierte Kost kann die Mikrobiomvielfalt fördern und so die Darm-Hirn-Kommunikation positiv beeinflussen – ein Winkel, der in der Ernährungsberatung erheblich unterschätzt wird (DGE, 2026).

Was ist die Darm-Hirn-Achse genau?

Die Darm-Hirn-Achse (gut-brain axis) bezeichnet ein bidirektionales Kommunikationsnetzwerk zwischen dem Magen-Darm-Trakt und dem zentralen Nervensystem (ZNS). Herzstück auf der Darmseite ist das enterische Nervensystem (ENS) – ein eigenständiges Nervensystem mit rund 500 Millionen Neuronen, das so komplex ist, dass Forscher es als das „zweite Gehirn“ des Körpers bezeichnen (Cryan et al., 2019 | PMID: 31460832).

Das ENS reguliert eigenständig die Darmbeweglichkeit, die Sekretion von Verdauungsenzymen und die Durchblutung der Darmschleimhaut – weitgehend unabhängig vom Gehirn. Dennoch steht es in ständigem Austausch mit dem ZNS: über Nervenbahnen, Hormone und Immunbotenstoffe, die bidirektional fließen.

Lange galt die Signalübertragung zwischen Darm und Gehirn als weitgehende Einbahnstraße in Richtung Darmsteuerung durch das Gehirn. Neuere Studien zeigen das Gegenteil: Der Darm sendet deutlich mehr Informationen ans Gehirn, als das Gehirn in Richtung Darm schickt (Margolis et al., 2021 | PMID: 33493503). Diese Erkenntnis hat das Verständnis von psychosomatischen Zusammenhängen grundlegend verändert.

Infografik: Darm-Hirn-Achse – Kommunikationswege zwischen Darm und Gehirn über Vagusnerv, Neurotransmitter und Mikrobiom im Überblick.
Infografik: Darm-Hirn-Achse – Kommunikationswege zwischen Darm und Gehirn über Vagusnerv, Neurotransmitter und Mikrobiom im Überblick.

Wie kommunizieren Darm und Gehirn miteinander?

Die Darm-Hirn-Kommunikation läuft über drei parallele Signalwege, die einander beeinflussen (Martin et al., 2018):

1. Nervöse Signalübertragung
Der Nervus vagus – der zehnte Hirnnerv – ist die wichtigste direkte anatomische Verbindung. Cryan et al. (2019) bezeichnen ihn als zentrale Grundlage der Achse: Rund 80 % seiner Fasern leiten Signale vom Darm zum Gehirn, nicht umgekehrt. Der Darm informiert das Gehirn also permanent über seinen Zustand – über Dehnung, Nährstoffgehalt, Entzündungsgeschehen und Mikrobiomaktivität.

2. Endokrine Signalübertragung
Darmzellen produzieren über 20 verschiedene Hormone und Peptide, darunter Serotonin, Ghrelin und GLP-1. Diese Botenstoffe beeinflussen nicht nur Sättigung und Darmbeweglichkeit, sondern auch Stimmung, Stressverarbeitung und kognitive Prozesse (Boem et al., 2019 | PMID: 31413521). Dass Serotonin primär im Darm synthetisiert wird, macht deutlich: Die Stimmungsregulation beginnt nicht im Kopf, sondern im Verdauungstrakt.

3. Immunologische Signalübertragung
Das darmassoziierte Immunsystem (gut-associated lymphoid tissue, GALT) beherbergt rund 70 % aller Immunzellen des Organismus. Bei gestörter Mikrobiomzusammensetzung (Dysbiose) entstehen proinflammatorische Zytokine, die die Blut-Hirn-Schranke überwinden und das Gehirn beeinflussen können (Lana et al., 2023 | PMID: 37239807). Chronische niedriggradige Entzündungen im Darm hinterlassen damit möglicherweise Spuren in der Hirnfunktion.

Welche Rolle spielt das Mikrobiom für die mentale Gesundheit?

Das Mikrobiom – die Gesamtheit aller Mikroorganismen im Darm – kommuniziert über spezifische Stoffwechselprodukte mit dem Nervensystem. Dinan et al. (2017) beschreiben, dass die Mechanismen der Signalübertragung in der Darm-Hirn-Achse komplex sind und Verbindungen umfassen, die es Darmmikroben ermöglichen, mit dem Gehirn zu kommunizieren und umgekehrt. Drei Mechanismen sind besonders gut belegt:

Kurzkettige Fettsäuren (SCFA)
Butyrat, Propionat und Acetat entstehen, wenn Darmbakterien Ballaststoffe fermentieren. Sie stärken die Darmwand, regulieren Entzündungsprozesse und unterstützen die Funktion der Blut-Hirn-Schranke (Cryan et al., 2019 | PMID: 31460832). Wer wenig Ballaststoffe isst, produziert weniger SCFA – mit möglichen Auswirkungen weit über den Darm hinaus.

Tryptophan-Stoffwechsel
Tryptophan ist die direkte Vorstufe von Serotonin. Viele Darmbakterien beeinflussen, auf welchem Stoffwechselweg Tryptophan abgebaut wird – in Richtung Serotonin oder in Richtung des Kynurenin-Pathways, der bei Dysregulation mit depressiven Symptomen in Verbindung gebracht wird (Lana et al., 2023 | PMID: 37239807).

GABA-Produktion
Bestimmte Lactobacillus– und Bifidobacterium-Stämme können GABA produzieren – den wichtigsten hemmenden Neurotransmitter des Gehirns. Niedrige GABA-Spiegel sind mit Angststörungen assoziiert (Dinan et al., 2017 | PMID: 28806201).

Die Forschung zeigt Zusammenhänge zwischen veränderter Mikrobiomzusammensetzung und Erkrankungen wie Depression, Angststörungen und neurodegenerativen Prozessen (Tyler et al., 2020 | PMID: 32323181). Wichtig: Das sind Hinweise auf Wechselwirkungen, keine Kausalitäten. Eine veränderte Darmflora verursacht allein keine psychische Erkrankung. Ernährung kann unterstützen, ersetzt aber keine medizinische Diagnose oder psychiatrische Behandlung.

Wie beeinflusst vegane Ernährung die Darm-Hirn-Achse?

Dieser Zusammenhang taucht in der öffentlichen und wissenschaftlichen Diskussion kaum auf – dabei bietet er einen relevanten Ansatzpunkt. Eine gut geplante, vollwertige vegane Ernährung kann hier Vorteile bieten, weil sie in der Regel besonders ballaststoff- und polyphenolreich ist.

Ballaststoffe als Präbiotika
Präbiotische Ballaststoffe – reichlich enthalten in Hülsenfrüchten, Vollkornprodukten, Gemüse und Nüssen – sind das bevorzugte Substrat für SCFA-produzierende Bakterien. Eine höhere Ballaststoffzufuhr steht mit größerer Mikrobiomvielfalt in Verbindung, was als Marker für ein gesundes Darmmilieu gilt (Boem et al., 2019 | PMID: 31413521). Die DGE empfiehlt mindestens 30 g Ballaststoffe täglich – einen Wert, den pflanzliche Kostformen deutlich leichter erreichen als gemischte Kost (DGE, 2026).

Polyphenole als Mikrobiom-Modulatoren
Pflanzliche Lebensmittel liefern vielfältige Polyphenole – sekundäre Pflanzenstoffe mit antioxidativer Wirkung. Bestimmte Polyphenole werden erst im Darm durch Bakterien in wirksame Metaboliten umgewandelt, die die Darmbarriere und die Nervensignalgebung beeinflussen können (Cryan et al., 2019 | PMID: 31460832).

Kritische Nährstoffe im Blick behalten
Eine pflanzenbasierte Ernährung erfordert gezielte Planung bei Nährstoffen, die für das Nervensystem und die Darm-Hirn-Achse relevant sind:

Nährstoff Bedeutung für die Darm-Hirn-Achse Hinweis bei veganer Ernährung
Vitamin B12 Myelin-Synthese, Nervenfunktion Nur über Supplementierung sicher abzudecken
Omega-3 (EPA/DHA) Entzündungsregulation, Gehirnfunktion Algenöl; ALA-Umwandlung in EPA/DHA ist begrenzt
Tryptophan Serotonin-Vorstufe Tofu, Nüsse, Hülsenfrüchte
Eisen Neurotransmitter-Synthese Hülsenfrüchte; Absorption durch Vitamin C verbessern
Zink Mikrobiom-Homöostase, Immunfunktion Kürbiskerne, Hülsenfrüchte; Einweichen erhöht Bioverfügbarkeit

Eine schlecht geplante vegane Ernährung mit Nährstoffmängeln – insbesondere B12-Mangel – kann die Nervenfunktion beeinträchtigen. Wenn du bei der Nährstoffversorgung unsicher bist, ist eine Blutuntersuchung mit ärztlicher Einschätzung sinnvoll.

Was sind Psychobiotika – und was können sie wirklich leisten?

Psychobiotika bezeichnet Pro- und Präbiotika, die bei ausreichender Zufuhr einen messbaren positiven Effekt auf die mentale Gesundheit haben können. Dinan et al. (2017) beschreiben, dass diese Substanzen die bidirektionale Kommunikation entlang der Darm-Hirn-Achse beeinflussen können – über Neurotransmitter-Synthese, Stresshormon-Regulation und entzündungshemmende Mechanismen.

Zu den am stärksten untersuchten Stämmen zählen Lactobacillus rhamnosus, Lactobacillus helveticus und Bifidobacterium longum. Erste klinische Studien zeigen Hinweise auf reduzierte Angstsymptome und verbesserte Stressreaktionen. Margolis et al. (2021) betonen, dass intrinsische wie extrinsische Faktoren die Signalübertragung modulieren – die Wirkung ist individuell verschieden und hängt stark von der Ausgangszusammensetzung des Mikrobioms ab.

Praktische Schlussfolgerungen:

  • Fermentierte Lebensmittel wie Sauerkraut, Kimchi, Tempeh oder Miso können die Mikrobiomvielfalt unterstützen.
  • Präbiotische Ballaststoffe (z. B. Inulin aus Chicorée, Fructooligosaccharide aus Zwiebeln, resistente Stärke aus abgekühlten Kartoffeln) fördern gezielt nützliche Bakterienarten.
  • Hochdosierte Psychobiotika-Präparate sollten – insbesondere bei bestehenden psychischen Erkrankungen – nur in Absprache mit einer ärztlichen Fachkraft eingesetzt werden.

Die Evidenz wächst kontinuierlich, aber universelle Dosierungsempfehlungen lassen sich bisher nicht ableiten. Hinweise deuten darauf hin, dass eine ballaststoffreiche, fermentierende Ernährung den ersten und sichersten Schritt darstellt.

Welche Alltagssymptome können auf eine gestörte Darm-Hirn-Kommunikation hinweisen?

Ein wichtiger Aspekt, der in vielen Fachartikeln fehlt: Wie äußert sich eine beeinträchtigte Darm-Hirn-Kommunikation im Alltag? Lana et al. (2023) beschreiben, dass Veränderungen im Mikrobiom mit Verhaltensänderungen und Einschränkungen der Hirnfunktion assoziiert sein können – und dass diese Verbindung in beide Richtungen besteht.

Mögliche Hinweiszeichen im Alltag:

  • Anhaltende Blähungen, Bauchschmerzen oder unregelmäßiger Stuhlgang ohne klare organische Ursache
  • Stimmungsschwankungen oder Gereiztheit, die sich zeitlich mit Verdauungsbeschwerden überschneiden
  • Schlafprobleme – da Serotonin als Vorstufe von Melatonin auch den Schlaf-Wach-Rhythmus mitreguliert
  • Konzentrationsprobleme oder diffuse geistige Erschöpfung (Brain Fog) nach Antibiotikaeinnahme oder in Phasen hoher Stresslast
  • Verstärkte Stressreaktionen und Nervosität, kombiniert mit Verdauungsbeschwerden

Diese Symptome haben viele mögliche Ursachen. Wenn du solche Beschwerden regelmäßig wahrnimmst, sollte zunächst eine ärztliche Abklärung erfolgen – bevor Ernährungsinterventionen in Betracht gezogen werden. Ernährung kann unterstützend wirken, ersetzt aber weder Diagnostik noch Behandlung.

Für die Beratungspraxis: Klienten beschreiben Darm- und Stimmungssymptome häufig isoliert – Verdauungsbeschwerden beim Arzt, Stimmungstiefs beim Psychologen. Der systemische Blick auf die Darm-Hirn-Achse hilft, scheinbar getrennte Symptombilder in einen Zusammenhang zu stellen und gezieltere Fragen zu stellen.

FAQ: Häufige Fragen zur Darm-Hirn-Achse

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Was genau versteht man unter der Darm-Hirn-Achse?

Die Darm-Hirn-Achse ist ein bidirektionales Kommunikationsnetzwerk zwischen dem Magen-Darm-Trakt mit seinem eigenständigen enterischen Nervensystem und dem zentralen Nervensystem. Nervöse, hormonelle und immunologische Signale fließen in beide Richtungen – Gehirn und Darm beeinflussen einander kontinuierlich (Cryan et al., 2019 | PMID: 31460832).

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Kann die Ernährung wirklich die Stimmung beeinflussen?

Es gibt wachsende Hinweise, dass Ernährung über das Mikrobiom und die Darm-Hirn-Achse die Stimmung mitbeeinflussen kann. Absolute Kausalitäten lassen sich aus der aktuellen Forschung bisher nicht ableiten. Eine ballaststoffreiche, nährstoffdichte Kost kann die Mikrobiomvielfalt fördern – und darüber Neurotransmitter-Vorstufen und Stressreaktionen beeinflussen (Dinan et al., 2017 | PMID: 28806201).

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Welche Rolle spielt der Vagusnerv bei der Darm-Hirn-Achse?

Der Nervus vagus ist der wichtigste direkte Nervenkanal zwischen Darm und Gehirn. Rund 80 % seiner Fasern leiten Signale vom Darm zum Gehirn – der Darm informiert das Gehirn also ständig über seinen Zustand, nicht umgekehrt (Tyler et al., 2020 | PMID: 32323181). Das macht ihn zum zentralen anatomischen Baustein der Achse.

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Ist vegane Ernährung gut für die Darm-Hirn-Achse?

Eine gut geplante, vollwertige vegane Ernährung kann durch ihren hohen Ballaststoff- und Polyphenolgehalt die Mikrobiomvielfalt fördern und so die Darm-Hirn-Kommunikation positiv beeinflussen. Entscheidend sind die Ernährungsqualität und die bedarfsgerechte Versorgung mit kritischen Nährstoffen wie B12, Omega-3 und Vitamin D (DGE, 2026).

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Was sind Psychobiotika?

Psychobiotika sind Pro- oder Präbiotika, die nachweislich einen positiven Effekt auf die mentale Gesundheit haben können. Die Evidenz ist vielversprechend, aber bis jetzt nicht ausreichend für universelle Empfehlungen. Fermentierte Lebensmittel und präbiotische Ballaststoffe aus der normalen Ernährung sind der erste, sichere Schritt (Dinan et al., 2017 | PMID: 28806201).

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Kann Stress die Darmgesundheit dauerhaft beeinträchtigen?

Anhaltender Stress kann über das vegetative Nervensystem die Darmmotilität, die Schleimhautbarriere und die Mikrobiomzusammensetzung verändern. Diese Veränderungen sind in der Regel reversibel, wenn die Stressbelastung sinkt. Ballaststoffreiche Ernährung, ausreichend Schlaf und Entspannungsstrategien können die Erholung unterstützen (Margolis et al., 2021 | PMID: 33493503). Bei anhaltenden Beschwerden sollte eine ärztliche Abklärung erfolgen.

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Wie schnell reagiert das Mikrobiom auf Ernährungsänderungen?

Das Mikrobiom kann innerhalb weniger Tage auf veränderte Ernährungsmuster reagieren. Langfristige, stabile Veränderungen in der Zusammensetzung erfordern jedoch konsistente Ernährungsgewohnheiten über Wochen bis Monate (Boem et al., 2019 | PMID: 31413521). Kurzfristige Interventionen – etwa Probiotika-Kuren – zeigen entsprechend begrenzte Langzeitwirkung.

Fazit: Die Darm-Hirn-Achse als Brücke zwischen Ernährung und mentalem Wohlbefinden

Die Forschung zur Darm-Hirn-Achse macht deutlich: Was auf dem Teller landet, wirkt weit über den Verdauungstrakt hinaus. Neurotransmitter-Synthese, Stressreaktionen, Schlafqualität und kognitive Funktionen sind alle – direkt oder indirekt – mit dem Zustand des Darmmikrobioms verknüpft. Das ist kein Grund für Alarmismus, aber ein starkes Argument dafür, Ernährung ganzheitlich zu denken.

Für die eigene Alltagspraxis bedeutet das: Ballaststoffreiche Kost, fermentierte Lebensmittel und die gezielte Versorgung mit Nährstoffen wie B12 und Omega-3 sind keine abstrakten Gesundheitsempfehlungen, sondern Beiträge zu einem System, das Körper und Geist verbindet. Wer sich pflanzlich ernährt, bringt dabei gute Voraussetzungen mit – sofern die Ernährung gut durchdacht ist. Und wer bei Beschwerden unsicher ist: Eine ärztliche Einschätzung ist immer der richtige erste Schritt.

Im Online-Kurs Neuroernährung und mentale Gesundheit lernst du, wie du die wissenschaftlichen Grundlagen der Darm-Hirn-Achse in der Ernährungsberatung anwendest und fundierte, individuell abgestimmte Empfehlungen für die mentale Gesundheit deiner Klienten ableitest.

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Literatur

Cryan JF et al. (2019). The Microbiota-Gut-Brain Axis. Physiological Reviews, 99(4), 1877–2013. | PMID: 31460832

Lana D et al. (2023). The Microbiota-Gut-Brain Axis in Behaviour and Brain Disorders. Biomedicines, 11(6). | PMID: 37239807

Dinan TG et al. (2017). Brain-Gut-Microbiota Axis and Mental Health. Current Opinion in Psychiatry, 30(6), 405–412. | PMID: 28806201

Boem F et al. (2019). Healthy axis: Towards an integrated view of the gut-brain health. Frontiers in Psychiatry, 10, 602. | PMID: 31413521

Margolis KG et al. (2021). The Microbiota-Gut-Brain Axis: From Motility to Mood. Gastroenterology, 160(5), 1486–1501. | PMID: 33493503

Tyler WJ et al. (2020). Gut Microbiota and Neurologic Diseases and Injuries. Advanced Biosystems, 4(5), e1900290. | PMID: 32323181

Martin CR et al. (2018). The Brain-Gut-Microbiome Axis. Cellular and Molecular Gastroenterology and Hepatology, 6(2), 133–148.

DGE (2026). Das Mikrobiom – Update für die Ernährungsberatung. Deutsche Gesellschaft für Ernährung. www.dge.de/blog/2026/das-mikrobiom-update-fuer-die-ernaehrungsberatung/

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Bildquellen
  • Darm-Hirn-Achse: Wie Darm und Gehirn miteinander kommunizieren: Darm-Hirn-Achse: Wie Darm und Gehirn miteinander kommunizieren: KI-generierte Illustration erstellt mit OpenAI © ecodemy
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Bevor ein Artikel veröffentlicht wird, durchläuft er mehrere Prüfstufen: automatische Tonalitätsprüfung, Qualitätsbewertung und eine händische Freigabe durch eine Person unseres Fachdozententeams. Abschließend werden Aussagen nochmals wissenschaftlich geprüft. Die inhaltliche Verantwortung liegt damit bei den Menschen hinter ecodemy – namentlich, mit Fachkenntnis.

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Über Joelina Dietrich

Joelina Dietrich ist Ökotrophologin (M. Sc.) und wissenschaftliche Mitarbeiterin am Forschungsinstitut für pflanzenbasierte Ernährung (IFPE) in Biebertal, wo sie u. a. die KiEFer-Studie und den VEGANScreener betreut. Parallel arbeitet sie an ihrer Doktorarbeit. Für das ecodemy Magazin schreibt sie über pflanzenbasierte Ernährung auf wissenschaftlicher Grundlage.

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Medizinischer Disclaimer

Wie jede Wissenschaft ist die Medizin sowie mit ihr verwandte Disziplinen ständigen Entwicklungen unterworfen. Forschung und klinische Erfahrungen erweitern unsere Erkenntnisse, insbesondere was die Behandlung und Therapie anbelangt. Soweit in unseren bereitgestellten Informationen eine Empfehlung, Dosierung, Applikation, o.ä. erwähnt wird, darfst du zwar darauf vertrauen, dass wir große Sorgfalt darauf verwandt haben, dass diese Angabe dem Wissensstand bei Fertigstellung des Werkes entspricht. Jedoch kann für solche keine Gewähr oder Haftung übernommen werden. Du bist angehalten diese selbst sorgfältig zu prüfen und handelst auf eigene Verantwortung hin. Ferner sollen unsere Empfehlungen und Beratungen im Falle einer vorliegenden Krankheit die ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung in keinem Falle ersetzen – es handelt sich nicht um eine Therapie. Du solltest daher die von uns bereitgestellten Informationen niemals als alleinige Quelle für gesundheitsbezogene Entscheidungen verwenden. Bei Beschwerden sollte auf jeden Fall ärztlicher Rat eingeholt werden.