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MagazinNeuroernährungBrain Food: Was dem Gehirn wirklich nützt – und was Mythos ist

Brain Food: Was dem Gehirn wirklich nützt – und was Mythos ist

Verfasst von: Joelina Dietrich
Wissenschaftlich geprüft durch: Susan Kerwien
7 min 04.06.2026 02.07.2026 KI-gestützt erstellt Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung auf Basis wissenschaftlicher Fachliteratur erstellt – derselben Quellenbasis, die wir auch für unsere staatlich zugelassenen Online-Kurse nutzen. Alle Inhalte durchlaufen mehrere Qualitätsstufen und werden vor der Veröffentlichung qualitätsgeprüft und freigegeben. Ein Mensch steht dahinter – namentlich, mit Fachkenntnis.

Stillleben mit brain food Zutaten: Walnüsse, Blaubeeren, Blattgemüse, Hülsenfrüchte und Algenöl auf Holzuntergrund – natürlich arrangiert.

Inhaltsverzeichnis

  • Was ist Brain Food? Eine Definition
  • Wie beeinflusst Ernährung das Gehirn?
  • Welche Lebensmittel gelten als Brain Food?
  • Muss ich Fisch essen – oder reichen pflanzliche Quellen?
  • Was hat der Darm mit Konzentration zu tun?
  • Wie beeinflusst Stress das Gehirn – und was hilft?
  • Schützt Brain Food vor Alzheimer? Der Longevity-Winkel
  • Was schadet dem Gehirn? Die Brain-Drainer
  • So sieht ein gehirnfreundlicher Tag aus
  • FAQ: Häufige Fragen zu Brain Food
    • Macht Koffein das Gehirn leistungsfähiger?
    • Kann ich meine Konzentration sofort verbessern?
    • Wie decke ich als Veganerin meinen Omega-3-Bedarf für das Gehirn?
    • Gibt es ein einziges Superfood für das Gehirn?
    • Was sollte ich bei anhaltenden Konzentrationsproblemen tun?
    • Ist vegane Ernährung besonders gut für das Gehirn?
    • Hilft die MIND-Diät wirklich?
  • Fazit: Brain Food ist ein Muster, kein Produkt

Du sitzt vor einer wichtigen Aufgabe, deine Konzentration lässt nach – und du greifst zu Traubenzucker oder einem Energy-Drink, weil du irgendwo gelesen hast, das Gehirn laufe damit auf Hochtouren. Das ist ein weitverbreitetes Missverständnis. Brain Food – also Ernährung, die das Gehirn schützt und leistungsfähig hält – funktioniert anders: langsamer, systematischer und nachhaltiger als jeder kurzfristige Energieschub.

Die gute Nachricht: Was das Gehirn wirklich benötigt, ist keine Sammlung teurer Superfoods. Es ist ein Muster – und das lässt sich im Alltag umsetzen, ob omnivor oder pflanzlich.

Das Wichtigste in Kürze

  • Kein Einzellebensmittel macht das Gehirn leistungsfähiger – es ist das gesamte Ernährungsmuster, das wirkt (Hong et al., 2023 | PMID: 35180098)
  • Die mediterrane Ernährung, die DASH- und die MIND-Diät gelten aktuell (2026) als am besten untersuchte neuroprotektive Ernährungsformen (To et al., 2022 | PMID: 35347664)
  • Omega-3-Fettsäuren, Polyphenole und B-Vitamine gehören zu den am häufigsten mit Gehirngesundheit assoziierten Nährstoffen (Morley, 2014 | PMID: 24310052)
  • Laut WHO leben weltweit rund 55 Millionen Menschen mit Demenz – Ernährung gilt als einer der beeinflussbaren Risikofaktoren (WHO, 2023)
  • Vegane Ernährung kann das Gehirn gut versorgen – vorausgesetzt, Vitamin B12 wird supplementiert und der Omega-3-Bedarf gezielt gedeckt

Was ist Brain Food? Eine Definition

Brain Food bezeichnet Lebensmittel und Ernährungsweisen, die zur langfristigen Gesundheit, Leistungsfähigkeit und Schutzfähigkeit des Gehirns beitragen können. Der Begriff meint keine kurzfristigen Konzentrationsbooster, sondern Ernährungsmuster, die über Wochen, Monate und Jahre wirken.

Hong et al. (2023) kommen in ihrer narrativen Übersichtsarbeit zu dem Schluss, dass ernährungsbasierte Interventionen ein vielversprechendes Instrument für die kognitive Gesundheit darstellen – wenn sie als langfristiges Muster verstanden werden und nicht als kurzfristiger Einzeleingriff (Hong et al., 2023 | PMID: 35180098). Das bedeutet: Ein Löffel Leinsamen heute verändert nichts. Ein Jahr konsequenter Ernährungsumstellung kann messbare Unterschiede machen.

Der wichtigste Mythos, der hier direkt ausgeräumt werden sollte: Es gibt kein Superfood fürs Gehirn. Die Forschungslage zeigt konsistent, dass nicht isolierte Nährstoffe, sondern das Gesamtbild der Ernährung den entscheidenden Einfluss hat.

Infografik: Mediterrane Ernährung, DASH-Diät und MIND-Diät im Vergleich – drei neuroprotektive Ernährungsformen mit gemeinsamen Schlüsselnährstoffen für die Gehirngesundheit.
Infografik: Mediterrane Ernährung, DASH-Diät und MIND-Diät im Vergleich – drei neuroprotektive Ernährungsformen mit gemeinsamen Schlüsselnährstoffen für die Gehirngesundheit.

Wie beeinflusst Ernährung das Gehirn?

Das Gehirn ist ein Hochleistungsorgan: Es verbraucht etwa 20 % der gesamten Körperenergie, obwohl es nur rund 2 % des Körpergewichts ausmacht (Morley, 2014 | PMID: 24310052). Was du isst, greift auf mehreren Wegen in Architektur und Funktionsweise des Gehirns ein.

Neurotransmitter-Synthese: Botenstoffe wie Serotonin, Dopamin und GABA entstehen im Körper aus Aminosäuren, die mit der Nahrung aufgenommen werden. Fehlen diese Vorstufen dauerhaft, kann die Signalübertragung im Gehirn beeinträchtigt sein (Morley, 2014 | PMID: 24310052).

Neuroinflammation: Chronische Entzündungsprozesse im Gehirn – Neuroinflammation – werden mit kognitivem Abbau und neurodegenerativen Erkrankungen in Verbindung gebracht. Anti-entzündliche Ernährungsmuster können diese Prozesse beeinflussen (To et al., 2022 | PMID: 35347664).

Gefäßgesundheit: Das Gehirn ist auf gute Durchblutung angewiesen. Ernährung, die Blutdruck, Blutfette und Entzündungsmarker günstig beeinflusst, schützt damit indirekt auch kognitive Funktionen (Abbatecola et al., 2018 | PMID: 29035971).

Antioxidativer Schutz: Oxidativer Stress – ein Ungleichgewicht zwischen freien Radikalen und körpereigenen Schutzmechanismen – kann Nervenzellen schädigen. Polyphenole, Vitamin C und Vitamin E aus pflanzlichen Lebensmitteln können diesen Schutz unterstützen (Morley, 2014 | PMID: 24310052).

Welche Lebensmittel gelten als Brain Food?

Zu den am häufigsten genannten Brain-Food-Lebensmitteln zählen dunkelgrünes Blattgemüse, Beeren, Hülsenfrüchte, Nüsse, Vollkornprodukte und hochwertiges Pflanzenöl. Abbatecola et al. (2018) zeigen in ihrer Übersichtsarbeit, dass spezifische Ernährungsmuster eine bedeutende Rolle beim Schutz vor kognitivem Abbau spielen können – und benennen dabei wiederkehrende Lebensmittelgruppen, die in neuroprotektiven Mustern wie der Mediterran-, DASH- und MIND-Ernährung auftauchen (Abbatecola et al., 2018 | PMID: 29035971).

Lebensmittelgruppe Relevante Nährstoffe Praktische Beispiele
Dunkelgrünes Blattgemüse Folat, Vitamin K, Lutein Spinat, Grünkohl, Mangold
Beeren Polyphenole, Anthocyane Heidelbeeren, Brombeeren, Erdbeeren
Hülsenfrüchte Protein, B-Vitamine, Eisen, Cholin Linsen, Kichererbsen, schwarze Bohnen
Nüsse & Samen Omega-3 (ALA), Vitamin E Walnüsse, Leinsamen, Chiasamen
Vollkornprodukte Komplexe Kohlenhydrate, B-Vitamine Haferflocken, Vollkornbrot, Quinoa
Natives Olivenöl extra Einfach ungesättigte Fettsäuren, Polyphenole Täglich in Salatdressings
Fettreicher Fisch EPA, DHA (marine Omega-3) Lachs, Makrele, Sardinen
Fermentierte Lebensmittel Probiotische Kulturen Joghurt, Kefir, Sauerkraut, Kimchi

Besonders gut untersucht sind Beeren: Ihre Anthocyane – sekundäre Pflanzenstoffe, die Beeren ihre dunkelrote bis blaue Farbe geben – werden in mehreren Studien mit besseren Gedächtnisleistungen assoziiert (Martínez-Rodríguez et al., 2024 | PMID: 39602619).

Muss ich Fisch essen – oder reichen pflanzliche Quellen?

Fisch ist keine Pflicht – pflanzliche Quellen, insbesondere Algenöl, können den Bedarf an DHA (Docosahexaensäure) und EPA (Eicosapentaensäure) decken, die als wesentliche Bausteine der Gehirnzellmembranen gelten. Die verbreitetste Empfehlung lautet: zweimal pro Woche fetten Seefisch essen. Doch das ist nicht die einzige Möglichkeit.

Algenöl enthält direkt verwertbares DHA und EPA – und ist die pflanzliche Originalquelle dieser Fettsäuren: Fische reichern sie an, indem sie Meeresalgen fressen. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt für Erwachsene mindestens 250 mg DHA und EPA täglich (DGE, 2026). Dieser Bedarf kann durch hochdosiertes Algenöl gedeckt werden. Eine gut geplante, vollwertige vegane Ernährung kann hier eine tragfähige Basis bieten.

Anders verhält es sich mit ALA (Alpha-Linolensäure), der pflanzlichen Omega-3-Vorstufe aus Leinsamen, Walnüssen oder Chiasamen: Der Körper wandelt ALA nur begrenzt in EPA und DHA um. Pflanzliche ALA-Quellen allein reichen für eine zuverlässige Gehirnversorgung daher nicht aus.

Vegane Mikronährstoff-Checkliste für Gehirngesundheit:

  • Vitamin B12: In pflanzlichen Lebensmitteln nicht ausreichend vorhanden – tägliche Supplementation ist notwendig
  • Jod: Wichtig für Schilddrüsenfunktion und kognitive Entwicklung; Algen als Quelle sind schwer zu dosieren – lieber jodiertes Speisesalz und bei Bedarf ein Supplement
  • Eisen: Hülsenfrüchte und Vollkornprodukte liefern pflanzliches Eisen; Kombination mit Vitamin C verbessert die Aufnahme
  • Zink: Kürbiskerne, Hülsenfrüchte und Nüsse sind gute Quellen; Einweichen und Fermentieren reduzieren Phytate und verbessern die Bioverfügbarkeit
  • Cholin: Wichtig für Gedächtnis und Zellmembranfunktion; Sojalecithin, Tofu und Quinoa zählen zu den besten pflanzlichen Quellen

Bei anhaltenden Fragen zur Nährstoffversorgung empfiehlt sich eine ärztliche Blutwertkontrolle – insbesondere für B12, Eisen, Vitamin D und Jod. Ernährung kann unterstützen, ersetzt aber keine medizinische Diagnose.

Was hat der Darm mit Konzentration zu tun?

Der Darm beeinflusst Konzentration und kognitive Prozesse über die Darm-Hirn-Achse – eine bidirektionale Kommunikationsverbindung zwischen Darmmikrobiom und Gehirn, vermittelt über den Vagusnerv, Botenstoffe und Immunsignale. Dieses Forschungsfeld entwickelt sich dynamisch, und erste Befunde deuten darauf hin, dass die Zusammensetzung der Darmbakterien Stimmung, Stressreaktion und kognitive Prozesse beeinflussen kann (Abbatecola et al., 2018 | PMID: 29035971).

Was das praktisch bedeutet:

Präbiotika – unverdauliche Ballaststoffe, die nützliche Darmbakterien ernähren – sind ein unterschätzter Teil der Gehirnernährung. Zwiebeln, Lauch, Knoblauch, Bananen und Hülsenfrüchte sind gute präbiotische Quellen.

Probiotische Lebensmittel wie Sauerkraut, Kimchi, Joghurt oder Kefir können die Artenvielfalt im Darm unterstützen. Entscheidend ist dabei Regelmäßigkeit – nicht die Menge an einem einzelnen Tag.

Alle gut untersuchten neuroprotektiven Ernährungsmuster sind von Natur aus ballaststoffreich – das ist kein Zufall. Wer viel Pflanzliches isst, nährt damit auch sein Mikrobiom und unterstützt so indirekt die Grundlage für kognitive Gesundheit.

Wie beeinflusst Stress das Gehirn – und was hilft?

Dauerhafter Stress kann kognitive Prozesse beeinflussen: Das Stresshormon Cortisol kann bei chronisch erhöhtem Spiegel Gedächtnisprozesse im Hippocampus beeinträchtigen. Das bedeutet nicht, dass jede stressige Phase kognitive Schäden hinterlässt – aber in lang anhaltenden Belastungsphasen lohnt sich gezielte Ernährungsaufmerksamkeit.

Magnesium ist an der Regulation des Nervensystems beteiligt. Gute Quellen: Nüsse, Samen, Vollkorngetreide, dunkles Blattgemüse.

B-Vitamine – vor allem B6, B9 (Folat) und B12 – sind an der Synthese von Neurotransmittern beteiligt. Ein Mangel, besonders an B12, kann sich in Konzentrationsschwäche und Stimmungsveränderungen zeigen (Morley, 2014 | PMID: 24310052). Für Veganerinnen und Veganer gilt daher besonderes Augenmerk auf die B12-Versorgung.

Schlaf ist eine neurobiologische Notwendigkeit, kein Luxus: Im Schlaf durchspült das glymphatische System das Gehirn und entfernt Stoffwechselprodukte – darunter auch Proteinablagerungen, die mit Alzheimer assoziiert werden. Wer regelmäßig hochverarbeitete Lebensmittel isst, schläft nachweislich schlechter. Ernährung und Schlafqualität sind direkt verknüpft.

Schützt Brain Food vor Alzheimer? Der Longevity-Winkel

Das ist die Frage, die viele im Hinterkopf haben – und die Forschung gibt differenzierten Anlass zur Hoffnung. Abbatecola et al. (2018) weisen in ihrer Übersichtsarbeit darauf hin, dass bestimmte Ernährungsmuster eine bedeutende präventive Rolle bei Demenz und kognitivem Abbau im Alter spielen können (Abbatecola et al., 2018 | PMID: 29035971).

Besonders gut untersucht ist die MIND-Diät (Mediterranean-DASH Intervention for Neurodegenerative Delay), die Elemente der Mittelmeer- und der DASH-Ernährung gezielt auf Gehirngesundheit hin kombiniert. To et al. (2022) zeigen in ihrer vergleichenden Übersichtsarbeit, dass die MIND-Diät unter den untersuchten Ernährungsformen besonders konsistente Hinweise auf verlangsamten kognitiven Abbau liefert (To et al., 2022 | PMID: 35347664). Wichtig dabei: Die vorliegenden Befunde beruhen überwiegend auf Beobachtungsstudien – Assoziationen, keine bewiesenen Kausalitäten.

Im Rahmen der PREDIMED-Plus-Studie konnten Soldevila-Domenech et al. (2021) über einen Zeitraum von drei Jahren zeigen, dass kognitive Ressourcen und Ernährungsqualität eng miteinander verknüpft sind – und dass Verbesserungen in der Ernährung mit messbaren Veränderungen kognitiver Parameter einhergehen können (Soldevila-Domenech et al., 2021 | PMID: 34474192).

Der Longevity-Gedanke dahinter: Ernährungsgewohnheiten, die du heute etablierst, können die kognitive Reserve für kommende Jahrzehnte mitbestimmen. Früh ansetzen heißt nicht, dass du mit 60 zu spät dran bist – sondern dass jeder Zeitpunkt ein sinnvoller Startpunkt ist.

Was schadet dem Gehirn? Die Brain-Drainer

Brain Food hat eine Kehrseite: Bestimmte Ernährungsweisen können die Gehirngesundheit langfristig belasten.

  • Hochverarbeitete Lebensmittel (Ultra-Processed Foods): Viel Zucker, Transfette und Zusatzstoffe bei gleichzeitig wenig Nährstoffen – in mehreren Studien mit schlechterer kognitiver Leistung assoziiert (Attuquayefio et al., 2015 | PMID: 26299715)
  • Alkohol: Selbst moderater Konsum kann langfristig Hirnstruktur und Gedächtnisleistung beeinflussen
  • Dauerhaft erhöhte Blutzuckerspiegel: Können Gefäße und damit die Blutversorgung des Gehirns schädigen – ein Argument für vollwertige Kohlenhydratquellen statt raffiniertem Zucker

Und noch einmal zum Traubenzucker-Mythos: Das Gehirn nutzt Glukose kontinuierlich – braucht aber keine Spitzen. Wer regelmäßige, ausgewogene Mahlzeiten isst, hat eine stabile Versorgung. Ein Glukose-Schub kurz vor einer Prüfung bringt keinen nachweisbaren kognitiven Vorteil.

So sieht ein gehirnfreundlicher Tag aus

Hier ein konkreter Orientierungsrahmen – pflanzenbasiert und ohne spezielle Zutaten:

Frühstück: Haferflocken mit Walnüssen, Leinsamen und Heidelbeeren – dazu ein Glas Wasser. Liefert: ALA, Polyphenole, Magnesium, Ballaststoffe.

Mittagessen: Linsensuppe mit Spinat und Vollkornbrot mit Hummus. Liefert: Eisen, Folat, Protein, präbiotische Ballaststoffe.

Snack: Handvoll Walnüsse und ein Apfel. Liefert: Vitamin E, ALA, Polyphenole.

Abendessen: Lachsfilet oder Tofu mit Algenöl-Dressing auf Quinoa und Brokkoli. Liefert: EPA/DHA (oder DHA aus Algenöl), Cholin, Vitamin K, Schwefelverbindungen.

Supplement (vegan): Vitamin B12 täglich; Algenöl mit 250–500 mg DHA/EPA täglich.

Das ist kein starres Regime, sondern ein Orientierungspunkt. Wer drei solcher Mahlzeitmuster pro Woche integriert, legt die Basis für langfristige Gehirngesundheit – ohne exotische Zutaten oder strikten Plan.

FAQ: Häufige Fragen zu Brain Food

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Macht Koffein das Gehirn leistungsfähiger?

Koffein blockiert Adenosin-Rezeptoren im Gehirn und kann kurzfristig Wachheit, Aufmerksamkeit und Reaktionszeit verbessern – das ist gut belegt (Morley, 2014 | PMID: 24310052). Als langfristiger neuroprotektiver Faktor gilt Koffein jedoch nicht. Ein bis drei Tassen Kaffee täglich gelten für die meisten Erwachsenen als unbedenklich; bei Schlafproblemen sollte die Zufuhr nach dem Mittag reduziert werden.

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Kann ich meine Konzentration sofort verbessern?

Kurzfristig ja – durch eine ausgewogene, nicht zu große Mahlzeit und ausreichend Wasser. Schwere, sehr fettreiche Mahlzeiten können die Konzentration vorübergehend dämpfen. Langfristige und messbare Verbesserungen entstehen aber durch konsequente Ernährungsmuster über Wochen und Monate, nicht durch einzelne Mahlzeiten (Attuquayefio et al., 2015 | PMID: 26299715).

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Wie decke ich als Veganerin meinen Omega-3-Bedarf für das Gehirn?

Die kurze Antwort: Algenöl. Algae-DHA-Supplemente liefern direkt verwertbares DHA – ohne die begrenzten Umwandlungsraten, die bei pflanzlichem ALA anfallen. Die DGE empfiehlt 250 mg DHA und EPA täglich (DGE, 2026). Ergänzend helfen ALA-reiche Lebensmittel wie Leinsamen, Walnüsse und Hanfsamen als Basisversorgung, ersetzen Algenöl aber nicht vollständig.

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Gibt es ein einziges Superfood für das Gehirn?

Nein – und das ist eine der wichtigsten Erkenntnisse aus der aktuellen Forschung. Kein isoliertes Lebensmittel kann die Gehirngesundheit allein sichern. Entscheidend ist das Gesamtmuster der Ernährung über Zeit, nicht einzelne Zutaten (Hong et al., 2023 | PMID: 35180098). Beeren, Walnüsse und Olivenöl sind wertvolle Bestandteile – aber nur im Kontext einer vielfältigen, vollwertigen Ernährung.

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Was sollte ich bei anhaltenden Konzentrationsproblemen tun?

Anhaltende Konzentrationsschwäche, Vergesslichkeit oder Erschöpfung sollten ärztlich abgeklärt werden – mögliche Ursachen sind Nährstoffmängel (B12, Eisen, Vitamin D, Jod), Schilddrüsenprobleme oder Schlafstörungen. Ernährungsoptimierung ist sinnvoll als ergänzende Maßnahme, kein Ersatz für medizinische Diagnostik. Bei anhaltenden Beschwerden sollte eine ärztliche Abklärung erfolgen.

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Ist vegane Ernährung besonders gut für das Gehirn?

Eine gut geplante, vollwertige vegane Ernährung kann die Gehirngesundheit unterstützen – vor allem durch einen hohen Anteil an Polyphenolen, Ballaststoffen und pflanzlichen Antioxidantien. Entscheidend ist jedoch die gezielte Versorgung mit kritischen Nährstoffen: Vitamin B12, Jod, Eisen, Zink und DHA. Ohne Supplementation und bewusste Planung können hier Versorgungslücken entstehen. Wer vegan lebt und seine Gehirngesundheit gezielt fördern möchte, profitiert von fundiertem Ernährungswissen.

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Hilft die MIND-Diät wirklich?

Hinweise aus Beobachtungsstudien deuten darauf hin, dass die MIND-Diät den kognitiven Abbau verlangsamen kann – sie wurde gezielt entwickelt, um Elemente der Mittelmeer- und DASH-Ernährung auf Gehirngesundheit hin zu optimieren (To et al., 2022 | PMID: 35347664). Die Befunde sind vielversprechend, beruhen aber überwiegend auf Assoziationsstudien. Kausalaussagen sind vorsichtig zu formulieren.

Fazit: Brain Food ist ein Muster, kein Produkt

Was dem Gehirn wirklich nützt, lässt sich auf einen Satz bringen: Iss vielfältig, pflanzenreich und so wenig verarbeitet wie möglich – und ergänze gezielt, was deinem Körper fehlt. Einzelne Superfoods sind Marketing. Das Gesamtmuster über Monate und Jahre ist Wissenschaft.

Du kannst heute damit beginnen – mit einer Handvoll Walnüsse, mit Beeren zum Frühstück, mit Hülsenfrüchten statt verarbeiteten Proteinen. Jeder Schritt in diese Richtung zählt.

Im Online-Kurs „Neuroernährung und mentale Gesundheit“ lernst du, wie du Ernährung, Gehirngesundheit und mentale Resilienz auf wissenschaftlicher Grundlage zusammenführst – mit konkreten Handlungsempfehlungen für den Alltag und die Beratungspraxis.

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Literatur

Abbatecola AM et al. (2018). Dietary patterns and cognition in older persons. Current Opinion in Clinical Nutrition and Metabolic Care, 21(1), 10–13. | PMID: 29035971

Attuquayefio T et al. (2015). A systematic review of longer-term dietary interventions on human cognitive function: Emerging patterns and future directions. Appetite, 95, 554–568. | PMID: 26299715

DGE – Deutsche Gesellschaft für Ernährung (2026). Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr: Omega-3-Fettsäuren. DGE. https://www.dge.de/wissenschaft/referenzwerte/

Hong W et al. (2023). Evidence for Improved Cognitive Health with Diet: A Narrative Review. Current Nutrition Reports, 12(2), 303–313. | PMID: 35180098

Martínez-Rodríguez E et al. (2024). Diet and cognition in older people in Mexico City. Nutrición Hospitalaria, 41(4), 875–884. | PMID: 39602619

Morley JE (2014). Cognition and nutrition. Current Opinion in Clinical Nutrition and Metabolic Care, 17(1), 1–4. | PMID: 24310052

Soldevila-Domenech N et al. (2021). Interplay between cognition and weight reduction in individuals following a Mediterranean Diet: Three-year follow-up of the PREDIMED-Plus trial. Clinical Nutrition, 40(5), 3249–3259. | PMID: 34474192

To A et al. (2022). Comparison of the Impact of the Mediterranean Diet, Anti-Inflammatory Diet, Seventh-Day Adventist Diet, and Ketogenic Diet Relative to Cognition and Cognitive Decline. Nutrients, 14(7), 1432. | PMID: 35347664

WHO – World Health Organization (2023). Dementia. WHO. https://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/dementia

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Bildquellen
  • Brain Food: Was dem Gehirn wirklich nützt – und was Mythos ist: Brain Food: Was dem Gehirn wirklich nützt – und was Mythos ist: KI-generierte Illustration erstellt mit OpenAI © ecodemy
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Über Joelina Dietrich

Joelina Dietrich ist Ökotrophologin (M. Sc.) und wissenschaftliche Mitarbeiterin am Forschungsinstitut für pflanzenbasierte Ernährung (IFPE) in Biebertal, wo sie u. a. die KiEFer-Studie und den VEGANScreener betreut. Parallel arbeitet sie an ihrer Doktorarbeit. Für das ecodemy Magazin schreibt sie über pflanzenbasierte Ernährung auf wissenschaftlicher Grundlage.

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Stillleben mit Hülsenfrüchten, Nüssen und Blattgemüse als natürliche Einflussfaktoren auf den Ghrelinspiegel. Lebensmittel für eine ausgewogene Hormonregulation.

Ghrelin und Leptin: Die Hunger- und Sättigungshormone – verständlich erklärt

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