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MagazinNeuroernährungL-Tryptophan als Supplement: Was sinnvoll ist – Dosierung und Nebenwirkungen

L-Tryptophan als Supplement: Was sinnvoll ist – Dosierung und Nebenwirkungen

Verfasst von: Barbara Beil
Wissenschaftlich geprüft durch: Susan Kerwien
6 min 30.06.2026 07.07.2026 KI-gestützt erstellt Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung auf Basis wissenschaftlicher Fachliteratur erstellt – derselben Quellenbasis, die wir auch für unsere staatlich zugelassenen Online-Kurse nutzen. Alle Inhalte durchlaufen mehrere Qualitätsstufen und werden vor der Veröffentlichung qualitätsgeprüft und freigegeben. Ein Mensch steht dahinter – namentlich, mit Fachkenntnis.

L-Tryptophan in Lebensmitteln: Cashewnüsse, Kürbiskerne, dunkle Schokolade und Haferflocken als pflanzliche Quellen der essentiellen Aminosäure.

Inhaltsverzeichnis

  • Was ist L-Tryptophan – und warum ist es für die Stimmung relevant?
  • Was passiert mit Tryptophan im Körper – und warum kommt so wenig beim Serotonin an?
  • Welche Lebensmittel liefern besonders viel L-Tryptophan?
  • Welche Cofaktoren benötigt die Serotoninsynthese aus Tryptophan?
  • Wie beeinflusst vegane Ernährung die Tryptophan-Versorgung?
  • Wann kann L-Tryptophan als Supplement sinnvoll sein – und wann ist Vorsicht angebracht?
  • FAQ: Häufige Fragen zu L-Tryptophan und Stimmung
    • Welche veganen Lebensmittel enthalten am meisten L-Tryptophan?
    • Kann Tryptophanmangel zu Depressionen führen?
    • Ist L-Tryptophan-Supplementierung bei Antidepressiva sicher?
    • Hilft eine Banane wirklich bei schlechter Stimmung?
    • Was ist der Kynurenin-Weg – und warum ist er für die Stimmung bedeutsam?
    • Ab wann wirkt eine Ernährungsumstellung auf die Stimmung?
  • Fazit

Viele Menschen kennen das: Die Stimmung ist über Wochen gedrückt, der Schlaf unbefriedigend, Freude an Dingen fehlt – und doch findet sich keine klare äußere Ursache. Was in solchen Phasen selten in den Blick kommt, ist die Ernährung. Genauer gesagt: eine einzige Aminosäure, die dein Körper nicht selbst herstellen kann und die als einzige biochemische Vorstufe des Neurotransmitters Serotonin gilt – L-Tryptophan.

Interessant ist nicht nur, dass diese Aminosäure in der Nahrung vorhanden sein muss. Interessant ist hauptsächlich, was dann mit ihr passiert: Warum der größte Teil davon nie beim Serotonin ankommt, warum Stress diesen Prozess zusätzlich verschlechtert und warum eine Extraportion Kürbiskerne allein das Problem nicht löst – das erklärt dieser Artikel, Stand 2026.

Das Wichtigste in Kürze

  • L-Tryptophan ist die einzige Vorstufe des Neurotransmitters Serotonin – der Körper kann die Aminosäure nicht selbst herstellen und ist vollständig auf die Nahrungszufuhr angewiesen (Poeggeler et al., 2022 | PMID: 35628285)
  • Etwa 95 % des aufgenommenen Tryptophans werden über den Kynurenin-Weg abgebaut – nicht in Serotonin umgewandelt (Kowalik et al., 2022 | PMID: 34915830). Chronischer Stress und Entzündungsprozesse können diesen Stoffwechselweg zusätzlich beeinflussen.
  • Tryptophan konkurriert an der Blut-Hirn-Schranke mit anderen großen neutralen Aminosäuren um denselben Transportkanal – das Verhältnis, nicht die absolute Menge, entscheidet darüber, wie viel ins Gehirn gelangt
  • Eine vollwertige, vielfältige vegane Ernährung kann den Tryptophan-Bedarf decken; Kürbiskerne, Hülsenfrüchte und Sojaprodukte sind besonders gute pflanzliche Quellen
  • Bei gleichzeitiger Einnahme von Antidepressiva (SSRI, MAO-Hemmer) ist Tryptophan-Supplementierung ohne ärztliche Absprache nicht sicher

Was ist L-Tryptophan – und warum ist es für die Stimmung relevant?

L-Tryptophan ist die einzige biochemische Vorstufe des Neurotransmitters Serotonin und damit ein zentraler Baustein für emotionale Regulation, Schlafqualität und Stressresistenz. Da der menschliche Organismus diese essenzielle Aminosäure nicht selbst synthetisieren kann, ist die ausreichende Zufuhr über die Nahrung der einzige Weg, den Ausgangsstoff für die Serotoninsynthese bereitzustellen (Poeggeler et al., 2022 | PMID: 35628285).

Kałużna-Czaplińska et al. (2019) beschreiben in ihrer Übersichtsarbeit, dass Tryptophan zentral für die Stimmungsregulation ist und klinisch als Biomarker für eine Vielzahl metabolischer Störungen eingesetzt wird – darunter Erkrankungen, die mit depressiven Symptomen einhergehen (Kałużna-Czaplińska et al., 2019 | PMID: 28799778). Das zeigt: Der Tryptophan-Spiegel im Blut ist keine akademische Randgröße, sondern hat praktische klinische Bedeutung.

Wichtig zu verstehen: Serotonin wird zu etwa 90 % im Darm produziert, nicht im Gehirn. Für die stimmungsrelevante Serotoninwirkung im Zentralnervensystem muss Tryptophan jedoch die Blut-Hirn-Schranke überwinden – ein Schritt mit eigenen biochemischen Hürden, auf die wir im nächsten Abschnitt eingehen.


Infografik: L-Tryptophan Stoffwechselwege – Kynurenin-Weg (95 %) und Serotonin-Synthese (5 %) im Überblick.
Infografik: L-Tryptophan Stoffwechselwege – Kynurenin-Weg (95 %) und Serotonin-Synthese (5 %) im Überblick.

Was passiert mit Tryptophan im Körper – und warum kommt so wenig beim Serotonin an?

Der größte Teil des über die Nahrung aufgenommenen Tryptophans landet nicht in der Serotoninsynthese. Kowalik et al. (2022) zeigen, dass etwa 95 % des verfügbaren L-Tryptophans über den sogenannten Kynurenin-Weg abgebaut werden – nur rund 5 % fließen in den Serotonin-Stoffwechsel (Kowalik et al., 2022 | PMID: 34915830).

Der Kynurenin-Weg ist physiologisch sinnvoll: Er produziert unter anderem Nikotinsäure (Vitamin B3) und immunregulierende Substanzen. Das Problem entsteht, wenn dieser Weg dauerhaft überaktiviert ist – genau das passiert bei chronischem Stress und systemischen Entzündungen. Das Enzym IDO (Indolamin-2,3-Dioxygenase) wird durch Entzündungsmarker hochreguliert und lenkt mehr Tryptophan in den Kynurenin-Weg um. Das Ergebnis: weniger Tryptophan für Serotonin, obwohl die Nahrungszufuhr ausreichend sein kann.

Roth et al. (2021) beschreiben, dass das Darmmikrobiom maßgeblich beeinflusst, welcher Tryptophan-Anteil in welchen Stoffwechselweg gelangt – Tryptophan ist demnach ein zentraler Knotenpunkt in der Mikrobiota-Darm-Hirn-Achse (Roth et al., 2021 | PMID: 33804088). Eine ballaststoffreiche, darmgesundheitsfördernde Ernährung kann diesen Prozess indirekt positiv beeinflussen.

Der Transport ins Gehirn als zweite Hürde: An der Blut-Hirn-Schranke konkurriert Tryptophan mit anderen großen neutralen Aminosäuren (LNAA) – darunter Leucin, Isoleucin und Valin – um denselben Carrier-Transporter. Proteinreiche Mahlzeiten erhöhen zwar den absoluten Tryptophan-Spiegel im Blut, aber gleichzeitig auch alle anderen LNAA. Das Verhältnis verändert sich kaum. Kohlenhydratreiche Mahlzeiten hingegen lösen eine Insulinausschüttung aus, die andere LNAA in die Muskulatur aufnimmt – Tryptophan bleibt im Blut, das Verhältnis verschiebt sich zu seinen Gunsten. Dieser Mechanismus erklärt, warum eine tryptophanhaltige Mahlzeit mit Kohlenhydraten – etwa Haferflocken mit Kürbiskernen – biochemisch sinnvoller sein kann als eine proteinlastige Mahlzeit allein.


Welche Lebensmittel liefern besonders viel L-Tryptophan?

Tryptophan kommt in nahezu allen proteinhaltigen Lebensmitteln vor, allerdings in sehr unterschiedlichen Mengen. Die folgende Tabelle gibt eine Orientierung für relevante pflanzliche und tierische Quellen:

Lebensmittel Tryptophan (mg/100 g) Hinweis
Kürbiskerne ~580 mg Beste pflanzliche Einzelquelle
Sonnenblumenkerne ~340 mg Als Topping oder in Brot
Sesam/Tahini ~330 mg Vielseitig einsetzbar
Sojaprodukte (Tempeh, Tofu) ~150–200 mg Hohe Proteinqualität
Haferflocken ~ 140 mg Kohlenhydrate verbessern LNAA-Verhältnis
Linsen (gekocht) ~80 mg Mit Getreide kombiniert optimal
Hühnerfleisch ~300 mg Tierische Quelle
Eier ~160 mg Gute Bioverfügbarkeit
Bananen ~10 mg Gering, aber B6-Lieferant

Richtwerte; Gehalte variieren nach Sorte und Zubereitung. Quelle der Tryptophan-Gehalte:

Für eine ausreichende tägliche Tryptophan-Versorgung ist die Gesamtproteinzufuhr entscheidender als ein einzelnes Lebensmittel. Bei ausreichender Proteinversorgung gemäß DGE-Referenzwerten (0,8 g/kg Körpergewicht pro Tag für Erwachsene) ist auch die Tryptophan-Zufuhr in der Regel gesichert (DGE, 2020).


Welche Cofaktoren benötigt die Serotoninsynthese aus Tryptophan?

Ohne die richtigen Mikronährstoffe bleibt auch ausreichend vorhandenes Tryptophan für die Serotoninsynthese wirkungslos. Die Enzymkaskade vom Tryptophan zum fertigen Neurotransmitter ist mehrstufig und auf mehrere Cofaktoren angewiesen. Kałużna-Czaplińska et al. (2019) betonen, dass eine umfassende Diagnostik bei Verdacht auf Tryptophan-Stoffwechselstörungen daher diese Cofaktoren einschließen sollte (Kałużna-Czaplińska et al., 2019 | PMID: 28799778).

Cofaktor Funktion in der Serotoninsynthese Vegane Quellen
Vitamin B6 Cofaktor der AADC (zweiter Umwandlungsschritt) Kichererbsen, Kartoffeln, Bananen, Avocado
Eisen Cofaktor der Tryptophan-Hydroxylase (erster Schritt) Hülsenfrüchte, Kürbiskerne, Tofu (+ Vit. C)
Magnesium Enzymatische Cofunktion Nüsse, Samen, Vollkorngetreide
Zink Moduliert Tryptophanmetabolismus Kürbiskerne, Quinoa, Weizenkeime
Vitamin D Beeinflusst TPH-Expression Sonnenlicht; ggf. Supplement
Folat/Vitamin B12 Methylierungszyklus (Neurotransmitter-Regulation) Grünes Blattgemüse (Folat); B12 nur als Supplement

AADC: Aromatische L-Aminosäure-Decarboxylase; TPH: Tryptophan-Hydroxylase

Für die Beratungspraxis: Wer gezielt über die Ernährung auf die Serotoninsynthese Einfluss nehmen möchte, sollte nicht nur Tryptophan im Blick haben, sondern dieses gesamte Nährstoff-Ensemble. Ein Blick auf den Versorgungsstatus dieser Mikronährstoffe lohnt sich besonders bei anhaltenden Stimmungssymptomen.


Wie beeinflusst vegane Ernährung die Tryptophan-Versorgung?

Eine vollwertige, abwechslungsreiche vegane Ernährung kann den Tryptophan-Bedarf gut decken. Die Annahme, vegane Kost sei systematisch tryptophanarm, lässt sich mit den vorliegenden Daten nicht belegen: Hülsenfrüchte, Samen, Nüsse und Sojaprodukte liefern relevante Mengen, wenn sie vielfältig in den Alltag eingebunden sind. Poeggeler et al. (2022) betonen, dass Tryptophan als essenzielle Aminosäure über die Gesamternährung hinreichend zugeführt werden muss – was bei energetisch ausreichender pflanzlicher Kost möglich ist (Poeggeler et al., 2022 | PMID: 35628285).

Stärker ins Gewicht fallen bei veganer Ernährung weniger Tryptophan selbst als seine Cofaktoren:

  • Vitamin B12 muss zuverlässig supplementiert werden – und beeinflusst gleichzeitig den Methylierungszyklus, der die Neurotransmitter-Regulation mitbestimmt
  • Vitamin D ist häufig unabhängig von der Ernährungsform unzureichend; bei veganer Kost oft noch ausgeprägter – dabei hat Vitamin D direkte Bedeutung für die Tryptophan-Hydroxylase-Expression
  • Eisen aus pflanzlichen Quellen wird schlechter absorbiert als aus tierischen; Kombination mit Vitamin C verbessert die Aufnahme deutlich
  • Zink profitiert von Einweichen und Fermentierung, weil dadurch Phytate abgebaut werden, die die Bioverfügbarkeit hemmen

Eine gut geplante, vollwertige vegane Ernährung kann hier Vorteile bieten, wenn diese Punkte berücksichtigt werden. Ernährung kann unterstützen – ersetzt aber keine medizinische Diagnostik. Wer anhaltende Stimmungstiefs erlebt, sollte prüfen lassen, ob ein Nährstoffmangel vorliegt.


Wann kann L-Tryptophan als Supplement sinnvoll sein – und wann ist Vorsicht angebracht?

Tryptophan-Supplemente können in bestimmten Situationen sinnvoll sein – bei diagnostiziertem Mangel, in Phasen hoher körperlicher oder psychischer Belastung oder bei eingeschränkter Nahrungsaufnahme. Eine Supplementierung sollte jedoch nicht isoliert betrachtet werden: Cofaktoren, Entzündungsprozesse, Stressbelastung, Schlaf und der Kynurenin-Weg beeinflussen mit, wie Tryptophan im Körper genutzt wird. Kałużna-Czaplińska et al. (2019) ordnen Tryptophan deshalb als klinisch relevanten Stoffwechselmarker ein, nicht als einfachen Einzelhebel für Stimmung oder Depression (Kałużna-Czaplińska et al., 2019 | PMID: 28799778).

Die S3-Leitlinie zur unipolaren Depression der AWMF ordnet Ernährungsinterventionen als ergänzenden, nicht ersetzenden Faktor ein – eine eigenständige antidepressive Wirkung von Tryptophan-Präparaten ist nicht belegt (AWMF, 2022).

Wichtiger Sicherheitshinweis: Wer SSRI (selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer), SNRI oder MAO-Hemmer einnimmt, sollte Tryptophan nicht ohne ärztliche Rücksprache supplementieren. Die Kombination kann das Risiko eines Serotonin-Syndroms erhöhen – einer Überaktivierung des serotonergen Systems mit Symptomen wie Unruhe, Herzrasen und erhöhter Körpertemperatur. Das gilt auch für niedrig dosierte Präparate. Bei anhaltenden Beschwerden sollte generell eine ärztliche Abklärung erfolgen, bevor Supplemente eingesetzt werden.

Für die Beratungspraxis: Hochdosierte Tryptophan-Ergänzungen gehören bei Menschen mit antidepressiver Medikation ausschließlich in ärztliche Hände.

Für gesunde Erwachsene ohne Medikation gelten moderate Tryptophan-Dosierungen nach aktueller Einschätzung der EFSA als für die meisten Erwachsenen unbedenklich; höhere Dosierungen sollten ärztlich begleitet werden (EFSA, 2026).


FAQ: Häufige Fragen zu L-Tryptophan und Stimmung

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Welche veganen Lebensmittel enthalten am meisten L-Tryptophan?

Die besten pflanzlichen Tryptophan-Quellen sind Kürbiskerne (~ 580 mg/100 g), Sonnenblumenkerne (~ 340 mg/100 g), Sesam (~ 330 mg/100 g) und Sojaprodukte wie Tempeh und Tofu (~ 150–200 mg/100 g). Haferflocken (~ 140 mg/100 g) sind eine praktische Alltagsquelle, die zusätzlich Kohlenhydrate liefert – was das Verhältnis von Tryptophan zu konkurrierenden Aminosäuren an der Blut-Hirn-Schranke verbessern kann. Wer diese Lebensmittel regelmäßig kombiniert, ist in aller Regel gut versorgt.

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Kann Tryptophanmangel zu Depressionen führen?

Niedrige Tryptophan-Spiegel sind mit gedrückter Stimmung, Schlafproblemen und erhöhter Reizbarkeit assoziiert. In Forschungsdesigns, bei denen Tryptophan gezielt aus der Nahrung entfernt wurde (Tryptophan-Depletion), zeigten sich vorübergehende Stimmungstiefs – besonders bei Menschen mit familiärer Depressionsvulnerabilität (Kałużna-Czaplińska et al., 2019 | PMID: 28799778). Ob ein ernährungsbedingter Tryptophanmangel klinische Depressionen verursacht, kann nicht verallgemeinert werden: Depressionen sind multifaktoriell. Ernährung ist ein Baustein von vielen. Wenn du anhaltende oder schwere Symptome erlebst, ist ärztliche Abklärung der richtige nächste Schritt.

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Ist L-Tryptophan-Supplementierung bei Antidepressiva sicher?

Ohne ärztliche Absprache nicht. Die gleichzeitige Einnahme von Tryptophan und SSRI, SNRI oder MAO-Hemmern kann das Risiko eines Serotonin-Syndroms erhöhen – unabhängig von der Dosierung des Supplements. Wenn du selbst Antidepressiva nimmst oder Menschen berätst, die das tun, sollte jeder Nahrungsergänzungsmittel-Einsatz zuerst mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt abgestimmt werden.

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Hilft eine Banane wirklich bei schlechter Stimmung?

Bananen enthalten Tryptophan, aber in sehr geringen Mengen (~ 10 mg/100 g). Der direkte Effekt einer einzelnen Banane auf den Serotoninspiegel ist biochemisch minimal. Was Bananen tatsächlich leisten: Sie liefern Vitamin B6 als Cofaktor der Serotoninsynthese und Kohlenhydrate, die das LNAA-Verhältnis an der Blut-Hirn-Schranke positiv verschieben können. Als isoliertes Stimmungsmittel überschätzt – als Teil einer ausgewogenen Mahlzeit sinnvoll eingebettet.

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Was ist der Kynurenin-Weg – und warum ist er für die Stimmung bedeutsam?

Der Kynurenin-Weg ist der Hauptabbauweg für Tryptophan im Körper: Über ihn werden etwa 95 % des verfügbaren Tryptophans abgebaut, nicht in Serotonin umgewandelt (Kowalik et al., 2022 | PMID: 34915830). Bei chronischem Stress und Entzündungen wird dieser Weg durch das Enzym IDO überaktiviert – mehr Tryptophan wird umgeleitet, weniger steht für Serotonin zur Verfügung. Stressreduktion und eine antientzündliche Ernährung können die stimmungsrelevante Tryptophan-Nutzung verbessern – nicht durch mehr Tryptophan, sondern durch geringere Umleitung.

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Ab wann wirkt eine Ernährungsumstellung auf die Stimmung?

Biochemische Veränderungen in Neurotransmitter-Parametern benötigen Zeit – bei konsistenter Ernährungsumstellung sind messbare Effekte nach einigen Wochen möglich. Subjektiv berichten viele Menschen von Verbesserungen in Energie und Schlaf oft früher, manchmal schon nach wenigen Wochen. Wichtig ist eine realistische Erwartung: Ernährung wirkt langsam und nachhaltig – sie ist ein struktureller Beitrag zur mentalen Gesundheit über die Zeit, keine Akutintervention und kein Ersatz für therapeutische oder medizinische Begleitung bei klinischen Erkrankungen.

Fazit

L-Tryptophan ist mehr als eine Aminosäure – es ist ein Knotenpunkt, an dem Ernährung, Darmgesundheit, Stressbiologie und mentale Gesundheit zusammentreffen. Die Forschung zeigt: Nicht die schiere Menge an zugeführtem Tryptophan entscheidet, sondern wie viel davon tatsächlich die Blut-Hirn-Schranke überquert und als Serotonin-Vorstufe verfügbar ist. Chronischer Stress, Entzündungen, fehlende Cofaktoren und ein ungünstiges Aminosäure-Verhältnis können diesen Prozess bremsen – unabhängig davon, wie viele Kürbiskerne auf dem Speiseplan stehen.

Für die eigene Ernährung bedeutet das: Vielfalt, ausreichend pflanzliches Protein, eine gute Versorgung mit Vitamin B6, Eisen und Magnesium – und bei veganer Ernährung zwingend Vitamin B12 sowie Vitamin D im Blick behalten. Supplemente können in bestimmten Situationen sinnvoll sein, gehören bei Medikamenteneinnahme aber immer in ärztliche Hände. Jeder konsistente Schritt in Richtung einer nährstoffdichten Ernährung summiert sich über die Zeit zu einem messbaren Beitrag für mentale Gesundheit.

Im Online-Kurs Neuroernährung und mentale Gesundheit lernst du, wie du Tryptophan, den Kynurenin-Weg und alle relevanten Cofaktoren in eine evidenzbasierte Ernährungsstrategie für Stimmung und mentale Gesundheit integrierst.

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Literatur

Poeggeler B et al. (2022). Tryptophan in Nutrition and Health. International Journal of Tryptophan Research, 15. | PMID: 35628285

Kałużna-Czaplińska J et al. (2019). How important is tryptophan in human health? Critical Reviews in Food Science and Nutrition, 59(6), 946–959. | PMID: 28799778

Kowalik K et al. (2022). Small Molecules Originated from Tryptophan and their Clinical Significance as Potential Biomarkers. Biomedicines, 10(1). | PMID: 34915830

Roth W et al. (2021). Tryptophan Metabolism and Gut-Brain Homeostasis. International Journal of Molecular Sciences, 22(6). | PMID: 33804088

AWMF (2022). S3-Leitlinie/Nationale VersorgungsLeitlinie Unipolare Depression. AWMF-Register-Nr. nvl-005. https://www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/nvl-005.html

DGE (2020). Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr. Protein. Deutsche Gesellschaft für Ernährung. https://www.dge.de/wissenschaft/referenzwerte/

EFSA (2026). Dietary Reference Values for the EU. European Food Safety Authority. https://www.efsa.europa.eu/

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Bildquellen
  • L-Tryptophan als Supplement: Was sinnvoll ist – Dosierung und Nebenwirkungen: L-Tryptophan als Supplement: Was sinnvoll ist – Dosierung und Nebenwirkungen: KI-generierte Illustration erstellt mit OpenAI © ecodemy
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Bevor ein Artikel veröffentlicht wird, durchläuft er mehrere Prüfstufen: automatische Tonalitätsprüfung, Qualitätsbewertung und eine händische Freigabe durch eine Person unseres Fachdozententeams. Abschließend werden Aussagen nochmals wissenschaftlich geprüft. Die inhaltliche Verantwortung liegt damit bei den Menschen hinter ecodemy – namentlich, mit Fachkenntnis.

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Über Barbara Beil

Barbara Beil ist Ökotrophologin (B. Sc.) und Ernährungswissenschaftlerin (M. Sc.). Im Rahmen ihrer Masterarbeit forschte sie am Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR). Als Dozentin bei ecodemy begleitet sie Studierende rund um gesunde, pflanzenbasierte Ernährung – ihr Lieblingsthema ist die Sporternährung, die sie als Deutsche Meisterin im Kraftdreikampf auch selbst lebt.

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Medizinischer Disclaimer

Wie jede Wissenschaft ist die Medizin sowie mit ihr verwandte Disziplinen ständigen Entwicklungen unterworfen. Forschung und klinische Erfahrungen erweitern unsere Erkenntnisse, insbesondere was die Behandlung und Therapie anbelangt. Soweit in unseren bereitgestellten Informationen eine Empfehlung, Dosierung, Applikation, o.ä. erwähnt wird, darfst du zwar darauf vertrauen, dass wir große Sorgfalt darauf verwandt haben, dass diese Angabe dem Wissensstand bei Fertigstellung des Werkes entspricht. Jedoch kann für solche keine Gewähr oder Haftung übernommen werden. Du bist angehalten diese selbst sorgfältig zu prüfen und handelst auf eigene Verantwortung hin. Ferner sollen unsere Empfehlungen und Beratungen im Falle einer vorliegenden Krankheit die ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung in keinem Falle ersetzen – es handelt sich nicht um eine Therapie. Du solltest daher die von uns bereitgestellten Informationen niemals als alleinige Quelle für gesundheitsbezogene Entscheidungen verwenden. Bei Beschwerden sollte auf jeden Fall ärztlicher Rat eingeholt werden.