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MagazinFrauengesundheitHerzrasen in den Wechseljahren: Was hilft?

Herzrasen in den Wechseljahren: Was hilft?

Verfasst von: Barbara Beil
Wissenschaftlich geprüft durch: Susan Kerwien
4 min 17.04.2026 18.05.2026 KI-gestützt erstellt Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung auf Basis wissenschaftlicher Fachliteratur erstellt – derselben Quellenbasis, die wir auch für unsere staatlich zugelassenen Online-Kurse nutzen. Alle Inhalte durchlaufen mehrere Qualitätsstufen und werden vor der Veröffentlichung qualitätsgeprüft und freigegeben. Ein Mensch steht dahinter – namentlich, mit Fachkenntnis.

Herzrasen in den Wechseljahren: Frau legt Hand auf Brust, ruhige Selbstwahrnehmung

Inhaltsverzeichnis

  • Warum rast das Herz in den Wechseljahren?
  • Was passiert bei einer Herzrasen-Episode im Körper?
  • Was hilft gegen Herzrasen in den Wechseljahren?
    • Hormontherapie (HRT)
    • Nicht-hormonelle medikamentöse Optionen
  • Welche Lebensstilanpassungen und Ernährungsstrategien helfen konkret?
  • Wann sollte Herzrasen ärztlich abgeklärt werden?
  • FAQ: Häufige Fragen zu Herzrasen in den Wechseljahren
    • Ist Herzrasen in den Wechseljahren gefährlich?
    • Wie lange hält Herzrasen in den Wechseljahren an?
    • Was kann ich sofort tun, wenn das Herz rast?
    • Helfen pflanzliche Mittel gegen Herzrasen in den Wechseljahren wirklich?
    • Hat die Ernährung einen Einfluss auf Herzrasen in den Wechseljahren?
    • Kann ich trotz Herzrasen Sport treiben?
  • Fazit

Plötzlich klopft das Herz schnell und unruhig – mitten in der Nacht, nach dem Aufwachen oder ganz ohne erkennbaren Auslöser. Viele Frauen in den Wechseljahren kennen dieses Gefühl: ein rasendes oder stolperndes Herz, oft begleitet von Schweißausbrüchen und innerer Unruhe, die sich schwer einordnen lässt. Die erste Reaktion ist häufig Besorgnis. Doch Herzrasen in den Wechseljahren ist in den meisten Fällen kein Zeichen einer Herzerkrankung – sondern ein reales, hormonell bedingtes Symptom, das sich gut verstehen und gezielt angehen lässt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Rund 75–80 % aller Frauen im menopausalen Übergang erleben vasomotorische Beschwerden – Herzrasen tritt dabei häufig als Begleitsymptom auf (Hammar et al., 2004 | PMID: 15185538)
  • Der sinkende Östrogenspiegel beeinflusst das autonome Nervensystem und kann die Herzfrequenz sowie die Herzfrequenzvariabilität messbar verändern
  • Hormontherapie ist die am besten belegte Behandlung – aber auch nicht-hormonelle Optionen zeigen nachgewiesene Wirkung
  • Lebensstilanpassungen wie Entspannungstechniken, regelmäßiger Sport und die Reduktion bekannter Trigger können die Häufigkeit von Herzrasen-Episoden deutlich senken
  • Bei anhaltenden oder starken Herzrhythmusstörungen sollte eine ärztliche Abklärung erfolgen – Ernährung und Lebensstil können unterstützen, ersetzen aber keine Diagnose

Warum rast das Herz in den Wechseljahren?

Der sinkende Östrogenspiegel verändert das Gleichgewicht im autonomen Nervensystem – und damit die Art, wie der Körper Herzrhythmus und Gefäßspannung reguliert. Östrogen (das weibliche Sexualhormon) moduliert den Sympathikus (aktivierend) und den Parasympathikus (beruhigend). Wenn der Spiegel schwankt oder dauerhaft sinkt, kann der Sympathikus überwiegen – was zu erhöhtem Ruhepuls, Palpitationen (spürbarem Herzrasen) oder einem unregelmäßigen Herzschlag führen kann.

Herzrasen tritt dabei häufig gemeinsam mit vasomotorischen Symptomen (Hitzewallungen und Nachtschweiß) auf, weil beide denselben Ursprung teilen: Der Hypothalamus, der die Körpertemperatur reguliert, reagiert auf die veränderten Hormonsignale und löst kurze Wärmeabgabe-Reaktionen aus – auch wenn der Körper gar nicht überhitzt ist. Das beschleunigt den Herzschlag.

Lantto et al. (2012) untersuchten in einer placebokontrollierten Studie den Zusammenhang zwischen vasomotorischen Symptomen und der Herzfrequenzvariabilität (HRV – ein Marker für die Anpassungsfähigkeit des Herzrhythmus) und zeigten, dass verschiedene Formen der Hormontherapie die HRV unterschiedlich beeinflussen können (Lantto et al., 2012 | PMID: 21934534). Herzrasen in den Wechseljahren ist also kein eingebildetes Symptom – es ist physiologisch belegbar.

Infografik: Wie sinkende Östrogenspiegel in den Wechseljahren über Nervensystem und Hypothalamus zu Herzrasen führen.
Infografik: Wie sinkende Östrogenspiegel in den Wechseljahren über Nervensystem und Hypothalamus zu Herzrasen führen.

Was passiert bei einer Herzrasen-Episode im Körper?

Eine Episode läuft oft so ab: Der Körper signalisiert plötzliche Wärme, Blutgefäße weiten sich, die Herzfrequenz steigt kurzfristig an. Manche Frauen spüren das als Klopfen im Hals, andere als sogenannte Extrasystolen (Herzschlag-Aussetzer, die sich wie ein kurzes Stolpern anfühlen).

In einer weiteren Studie untersuchten Lantto et al. (2017) die kardiale Repolarisation (die elektrische Erholungsphase des Herzens nach jedem Schlag) und fanden, dass vasomotorische Symptome diese messbar beeinflussen können (Lantto et al., 2017 | PMID: 28697043). Die Verbindung zwischen Hitzewallungen und Herzrasen ist damit nicht nur subjektiv erlebt – sie hat eine klare physiologische Grundlage.

Insgesamt erleben 60–90 % aller Frauen in den Jahren um die Menopause Hitzewallungen oder Nachtschweiß (Andrikoula et al., 2009 | PMID: 19061056). Das Herz ist dabei regelmäßig mitbeteiligt.

Was hilft gegen Herzrasen in den Wechseljahren?

Es gibt mehrere Ansätze mit nachgewiesener Wirkung – der richtige hängt von individuellen Voraussetzungen, Vorerkrankungen und persönlichen Präferenzen ab.

Hormontherapie (HRT)

Die Hormontherapie ist die am besten belegte Behandlung für vasomotorische Beschwerden einschließlich Herzrasen. Sie kann sowohl die Häufigkeit der Episoden als auch die damit verbundenen Herzrhythmus-Veränderungen reduzieren. Ob eine Hormontherapie sinnvoll und sicher ist, entscheidet eine ärztliche Fachkraft – abhängig von Krankengeschichte, Risikoprofil und individuellen Präferenzen (Krause et al., 2015 | PMID: 25681847).

Nicht-hormonelle medikamentöse Optionen

Für Frauen, die keine Hormone nehmen können oder möchten, stehen alternative Wirkstoffe zur Verfügung:

  • SSRIs/SNRIs (z. B. Venlafaxin, Escitalopram): Antidepressiva mit nachgewiesener Wirkung auf vasomotorische Beschwerden und damit verbundenes Herzrasen
  • Clonidin: Ein Blutdruckwirkstoff, der Hitzewallungen lindern kann (Hammar et al., 2004 | PMID: 15185538)
  • Fezolinetant: Ein neuartiger NK3-Rezeptor-Antagonist, der direkt im Hypothalamus ansetzt und laut aktueller Forschung vielversprechende Ergebnisse zeigt (Santoro, 2025 | PMID: 40299712)

Alle medikamentösen Optionen sollten nur in ärztlicher Begleitung eingesetzt werden.

Welche Lebensstilanpassungen und Ernährungsstrategien helfen konkret?

Nichtmedikamentöse Maßnahmen können – ergänzend zu einer medizinischen Behandlung – die Häufigkeit und Intensität von Herzrasen-Episoden spürbar senken. McCormick et al. (2020) betonen in ihrer Übersichtsarbeit, dass gezielte Lebensstilanpassungen besonders dann relevant sind, wenn medikamentöse Therapien nicht infrage kommen (McCormick et al., 2020 | PMID: 32696683).

Maßnahme Möglicher Effekt Hinweis
Ausdauersport (≥ 150 min/Woche, moderat) Verbessert HRV und Herzgesundheit Regelmäßigkeit entscheidend
Slow-Pace-Breathing (4 s ein / 6 s aus) Aktiviert Parasympathikus, beruhigt Herzschlag Sofort einsetzbar
Yoga / progressive Muskelentspannung Kann Häufigkeit vasomotorischer Episoden senken Effekt steigt mit Regelmäßigkeit
Koffein, Alkohol, scharfe Speisen reduzieren Mögliche individuelle Trigger minimieren Reaktion selbst beobachten
Vollwertige, pflanzenreiche Ernährung Kann Symptomintensität modulieren Phytoöstrogene zeigen moderate Effekte

Phytoöstrogene aus Leinsamen, Soja oder Hülsenfrüchten werden häufig als ergänzende Unterstützung diskutiert. Die Evidenz ist gemischt – die Effekte sind moderat und variieren je nach Darm-Mikrobiom und individuellem Stoffwechsel (Hall et al., 2011 | PMID: 21319867). Eine pflanzenbetonte Ernährung kann unterstützend wirken, ersetzt aber keine medizinische Behandlung.

Wer sich pflanzenbasiert ernährt, sollte in der Menopause besonders auf eine ausreichende Versorgung mit Vitamin B12, Vitamin D, Calcium, Omega-3-Fettsäuren, Jod und Zink achten – diese Nährstoffe sind auch für Herzgesundheit und Nervensystem relevant. Bei Unsicherheiten hilft eine Beratung durch eine Ernährungsfachkraft.

Für die Beratungspraxis: Viele Frauen bringen Herzrasen nicht spontan mit den Wechseljahren in Verbindung. Eine gezielte Anamnese – mit Fragen zu Hitzewallungen, Schlafqualität und Stressbelastung – hilft, das Symptom einzuordnen und bei Bedarf ärztliche Abklärung zu empfehlen.

Wann sollte Herzrasen ärztlich abgeklärt werden?

Herzrasen in den Wechseljahren ist in den meisten Fällen harmlos. Es gibt jedoch Situationen, in denen eine Untersuchung sinnvoll ist – nicht um Beunruhigung zu erzeugen, sondern um Sicherheit zu schaffen.

Eine ärztliche Abklärung ist empfehlenswert, wenn:

  • das Herzrasen sehr plötzlich einsetzt und von Schwindel, Brustschmerz oder kurzzeitiger Ohnmacht begleitet wird
  • die Herzfrequenz in Ruhe dauerhaft über 100 Schläge pro Minute liegt
  • zusätzliche Erkrankungen wie Bluthochdruck, Schilddrüsenstörungen oder bekannte Herzerkrankungen bestehen
  • die Beschwerden nach Beginn einer Hormontherapie neu auftreten oder sich verschlechtern
  • der Herzschlag sehr unregelmäßig wirkt – mit ausgeprägten Aussetzern oder Stolperrhythmus

Hochdosierte Nahrungsergänzungsmittel, etwa Phytoöstrogen-Präparate, sollten ebenfalls nur nach ärztlicher Rücksprache eingenommen werden.


FAQ: Häufige Fragen zu Herzrasen in den Wechseljahren

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Ist Herzrasen in den Wechseljahren gefährlich?

In den meisten Fällen ist es kein Zeichen einer Herzerkrankung. Herzrasen tritt in dieser Lebensphase als funktionelles, hormonell bedingtes Symptom auf – physiologisch messbar, aber selten kardiologisch behandlungsbedürftig. Wenn das Herzrasen sehr stark ist, mit anderen Symptomen auftritt oder in Ruhe anhält, sollte trotzdem eine Abklärung erfolgen.

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Wie lange hält Herzrasen in den Wechseljahren an?

Das ist individuell sehr unterschiedlich. Bei vielen Frauen bessern sich vasomotorische Beschwerden innerhalb von zwei bis fünf Jahren nach der letzten Periode. Bei anderen können sie länger anhalten. Hormontherapie oder gezielte Lebensstilanpassungen können Dauer und Intensität deutlich beeinflussen.

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Was kann ich sofort tun, wenn das Herz rast?

Tiefes, langsames Atmen hilft: vier Sekunden einatmen, sechs Sekunden ausatmen. Das aktiviert den Parasympathikus und kann eine Episode rasch beruhigen. Auch kühle Luft, ein kühles Tuch im Nacken oder ruhiges Hinsetzen unterstützen viele Frauen in der Situation. Wenn Episoden sehr häufig auftreten, ist ein Gespräch mit einer ärztlichen Fachkraft der sinnvolle nächste Schritt.

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Helfen pflanzliche Mittel gegen Herzrasen in den Wechseljahren wirklich?

Phytoöstrogene aus Soja, Leinsamen oder Traubensilberkerze (Cimicifuga racemosa) zeigen in Studien moderate Effekte auf vasomotorische Symptome insgesamt – die spezifische Wirkung auf Herzrasen ist weniger gut belegt, und die Ergebnisse variieren individuell (Hall et al., 2011 | PMID: 21319867). Pflanzliche Präparate können ergänzend eingesetzt werden, ersetzen aber keine ärztliche Behandlung. Hochdosierte Präparate nur nach Rücksprache.

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Hat die Ernährung einen Einfluss auf Herzrasen in den Wechseljahren?

Ja, indirekt. Eine vollwertige, pflanzenreiche Ernährung kann vasomotorische Beschwerden modulieren. Koffein, Alkohol und scharfe Speisen gelten als mögliche Trigger und können individuell Hitzewallungen und Herzrasen verstärken. Eine gute Versorgung mit Magnesium, Vitamin D und Omega-3-Fettsäuren unterstützt die Herzgesundheit zusätzlich.

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Kann ich trotz Herzrasen Sport treiben?

In der Regel ja. Regelmäßiger Ausdauersport verbessert die Herzfrequenzvariabilität und kann die Häufigkeit vasomotorischer Episoden langfristig senken. Bei sehr starkem oder häufigem Herzrasen empfiehlt sich eine kurze Rücksprache mit der ärztlichen Fachkraft, bevor ein intensiveres Trainingsprogramm begonnen wird.

Fazit

Herzrasen in den Wechseljahren ist ein weit verbreitetes, physiologisch messbares Symptom – und kein Grund zur Panik. Der hormonelle Wandel dieser Lebensphase beeinflusst das Herz-Kreislauf-System durch mehrere Mechanismen, doch Stand 2026 gibt es sowohl medizinische als auch nicht-hormonelle Behandlungsoptionen mit guter Evidenzlage. Ernährung, Bewegung und Entspannungstechniken können den Alltag spürbar erleichtern – als sinnvolle Ergänzung, nicht als Ersatz für ärztliche Beratung.

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Literatur

Lantto I et al. (2012). Vasomotor hot flashes and heart rate variability: a placebo-controlled trial of postmenopausal hormone therapy. Menopause, 19(4), 396–404. | PMID: 21934534

Lantto I et al. (2017). Vasomotor hot flashes and cardiac repolarization: a randomized placebo-controlled trial of postmenopausal hormone therapy. Menopause, 24(9), 1000–1006. | PMID: 28697043

Hammar M et al. (2004). Few alternatives to estrogen replacement therapy for vegetative symptoms after menopause. Läkartidningen, 101(20), 1772–1778. | PMID: 15185538

Andrikoula M, Prelevic G (2009). Menopausal hot flushes revisited. Climacteric, 12(1), 3–15. | PMID: 19061056

Krause MS, Nakajima ST (2015). Hormonal and nonhormonal treatment of vasomotor symptoms. Obstetrics and Gynecology Clinics of North America, 42(1), 163–179. | PMID: 25681847

Hall E et al. (2011). Non-hormonal treatment strategies for vasomotor symptoms: a critical review. Drugs, 71(3), 287–304. | PMID: 21319867

McCormick B et al. (2020). Managing vasomotor symptoms effectively without hormones. Climacteric, 23(6), 550–557. | PMID: 32696683

Santoro N (2025). Novel nonhormonal treatments for vasomotor symptoms of menopause. Current Opinion in Obstetrics and Gynecology, 37(4), 193–197. | PMID: 40299712

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Bildquellen
  • Herzrasen in den Wechseljahren: Was hilft?: Herzrasen in den Wechseljahren: Was hilft?: KI-generierte Illustration erstellt mit OpenAI © ecodemy
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Über Barbara Beil

Barbara Beil ist Ökotrophologin (B. Sc.) und Ernährungswissenschaftlerin (M. Sc.). Im Rahmen ihrer Masterarbeit forschte sie am Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR). Als Dozentin bei ecodemy begleitet sie Studierende rund um gesunde, pflanzenbasierte Ernährung – ihr Lieblingsthema ist die Sporternährung, die sie als Deutsche Meisterin im Kraftdreikampf auch selbst lebt.

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