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MagazinLongevityIntervallfasten und Longevity: Was die Forschung zeigt

Intervallfasten und Longevity: Was die Forschung zeigt

Verfasst von: Barbara Beil
Wissenschaftlich geprüft durch: Susan Kerwien
8 min 24.04.2026 25.08.2026 KI-gestützt erstellt Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung auf Basis wissenschaftlicher Fachliteratur erstellt – derselben Quellenbasis, die wir auch für unsere staatlich zugelassenen Online-Kurse nutzen. Alle Inhalte durchlaufen mehrere Qualitätsstufen und werden vor der Veröffentlichung qualitätsgeprüft und freigegeben. Ein Mensch steht dahinter – namentlich, mit Fachkenntnis.

Minimalistische Morgenszene mit Keramiktasse und analoger Uhr auf Holztisch – symbolisch für Intervallfasten und Longevity.

Inhaltsverzeichnis

  • Was ist Intervallfasten – und warum interessiert es die Longevity-Forschung?
  • Wie aktiviert Fasten Autophagie – und was hat das mit Langlebigkeit zu tun?
  • Was ist mTOR – und warum ist seine Hemmung durch Fasten anti-aging-relevant?
    • Sirtuine: Enzyme an der Schnittstelle von Fasten und Zellalterung
  • Welche Fastenmethoden sind für Longevity besonders relevant?
  • Warum spielt das Zeitfenster des Essens eine Rolle? Circadianes Intervallfasten erklärt
  • Intervallfasten und vegane Ernährung: Was du konkret beachten solltest
  • Für wen ist Intervallfasten nicht geeignet?
  • FAQ: Häufige Fragen zu Intervallfasten und Longevity
    • Wie lange muss ich fasten, damit Autophagie einsetzt?
    • Kann ich beim Fasten Wasser, Kaffee oder Tee trinken?
    • Ist Intervallfasten dasselbe wie Kalorienrestriktion?
    • Verliere ich mit Intervallfasten Muskelmasse?
    • Muss ich Intervallfasten täglich machen, damit es wirkt?
    • Ist Intervallfasten für Frauen anders als für Männer?
  • Fazit: Intervallfasten als Longevity-Werkzeug – einordnen statt überhöhen

Wer morgens aufwacht und sich fragt, ob das Frühstück wirklich sein muss – oder ob es klüger wäre, das nächtliche Fasten noch ein paar Stunden zu verlängern –, liegt damit nicht weit von einem der meistdiskutierten Themen der Gesundheitsforschung entfernt. Intervallfasten ist längst mehr als ein Diät-Trend: Es rückt zunehmend in den Fokus der Longevity-Wissenschaft – also der Frage, wie wir nicht nur länger, sondern vor allem gesünder leben können.

Was hinter diesem Interesse steckt, sind keine Mythen, sondern molekulare Mechanismen: Prozesse, die in jeder Zelle ablaufen, wenn der Körper eine Pause vom Essen bekommt. Wie gut diese Mechanismen wirklich für Langlebigkeit wirken, was die aktuelle Forschung dazu sagt – und was du konkret beachten solltest – erklärt dieser Artikel.

Das Wichtigste in Kürze

  • Intervallfasten beschreibt Essmuster mit klar definierten Fasten- und Essensphasen – die häufigste Form ist 16:8 (16 Stunden fasten, 8 Stunden essen).
  • Fasten aktiviert Autophagie, einen zellulären Reinigungsprozess, der beschädigte Bestandteile abbaut und recycelt – ein zentraler Mechanismus in der Longevity-Forschung.
  • Das Signalmolekül mTOR wird im Fastenzustand gehemmt; das gilt in der Forschung als anti-aging-relevantes Signal, das zelluläre Reparaturprozesse priorisiert.
  • Sirtuine – NAD⁺-abhängige Enzyme, die durch Kalorienrestriktion und Fasten aktiviert werden – sind an DNA-Reparatur, Mitochondrienfunktion und Zellalterung beteiligt.
  • Intervallfasten ist nicht für alle geeignet: Schwangere, Menschen mit Essstörungen oder bestimmten Erkrankungen sollten vor Beginn ärztliche Rücksprache halten.

Was ist Intervallfasten – und warum interessiert es die Longevity-Forschung?

Intervallfasten bezeichnet keine spezifische Diät, sondern ein zeitliches Muster des Essens. Essensphasen und Fastenphasen wechseln sich nach einem festen Schema ab. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung beschreibt Intervallfasten als eine Ernährungsform, bei der gezielt auf bestimmte Mahlzeiten oder ganze Esstage verzichtet wird – ohne dauerhaften Kalorienplan und ohne strikte Lebensmittellisten (DGE, o. J.).

Das Interesse der Longevity-Forschung speist sich aus einer zentralen Beobachtung: Nahrungsverzicht über begrenzte Zeiträume löst in Zellen Prozesse aus, die mit gesünderem Altern in Verbindung gebracht werden. Healthspan – die Anzahl der Lebensjahre, in denen Menschen tatsächlich gesund und funktionsfähig sind – ist dabei das eigentliche Ziel, nicht nur eine möglichst hohe Lebenserwartung an sich.

Longevity-Forscher unterscheiden zwischen Lifespan (biologische Lebensspanne), Healthspan (gesunde Lebensspanne) und Diseasespan (von Krankheit geprägte Jahre). Intervallfasten wird in diesem Kontext als ein möglicher Hebel untersucht, die Diseasespan zu verkürzen – also den Teil des Lebens zu minimieren, der von chronischen Erkrankungen bestimmt wird. Aktuell (2026) wächst die Zahl klinischer Studien zu diesem Thema stetig.

Dabei geht es weniger darum, möglichst wenig zu essen, als darum, wann gegessen wird und welche metabolischen Pausen entstehen. Dieser Unterschied ist entscheidend – sowohl für das Verständnis der Mechanismen als auch für die praktische Umsetzung im Alltag.


Infografik: Intervallfasten 16:8 – Autophagie, mTOR-Hemmung und Sirtuine als Longevity-Mechanismen im Überblick.
Infografik: Intervallfasten 16:8 – Autophagie, mTOR-Hemmung und Sirtuine als Longevity-Mechanismen im Überblick.

Wie aktiviert Fasten Autophagie – und was hat das mit Langlebigkeit zu tun?

Autophagie (griechisch: „sich selbst essen“) ist ein zellulärer Selbstreinigungsprozess. Beschädigte Proteinkomplexe, defekte Organellen und zellulärer Abfall werden in sogenannten Autophagosomen verpackt und durch lysosomale Enzyme abgebaut und recycelt. Dieser Prozess läuft kontinuierlich ab, wird aber durch Fasten und Kalorienrestriktion deutlich verstärkt.

Die Bedeutung der Autophagie für zelluläre Gesundheit und Alterungsprozesse wurde 2016 mit dem Nobelpreis für Physiologie oder Medizin gewürdigt – vergeben an den japanischen Zellbiologen Yoshinori Ohsumi für seine grundlegenden Entdeckungen zu den Mechanismen der Autophagie (Nobel Assembly, 2016). Seine Forschung belegte erstmals systematisch, wie Zellen im Nährstoffmangel auf interne Recycling-Programme umschalten.

Im Fastenzustand sinkt der Blutzucker, Insulinspiegel fallen ab – und das gibt der Zelle das Signal, auf Recyclingmodus umzuschalten. Beschädigte Zellbestandteile, die sonst akkumulieren und Entzündungsreaktionen begünstigen würden, werden abgeräumt. Für Longevity ist das relevant, weil die Anhäufung fehlgefalteter Proteine und dysfunktionaler Organellen als einer der molekularen Treiber des Alterns gilt.

Erste Aktivierungssignale für Autophagie zeigen sich im Allgemeinen nach etwa 12 bis 16 Stunden ohne Nahrungsaufnahme – abhängig von Faktoren wie Körpergewicht, körperlicher Aktivität und Glykogenstatus (de Cabo & Mattson, 2019). Eine präzise Mindestschwelle für den Menschen ist wissenschaftlich noch nicht etabliert; dieser Wert gibt eine Orientierung, keine Garantie.


Was ist mTOR – und warum ist seine Hemmung durch Fasten anti-aging-relevant?

mTOR (mechanistic Target of Rapamycin) ist ein Proteinkomplex, der als zentraler molekularer Schalter zwischen zwei Betriebsmodi der Zelle fungiert: Wachstum und Erhaltung. Wenn Nährstoffe – insbesondere Aminosäuren und Glukose – reichlich vorhanden sind, ist mTOR aktiv: Es fördert Zellwachstum, und Proteinsynthese und hemmt gleichzeitig die Autophagie.

Im Fastenzustand wird mTOR gehemmt (Saxton & Sabatini, 2017). Das verändert die zelluläre Prioritätensetzung grundlegend: Statt Wachstum werden Reparatur und Recycling priorisiert. In der Longevity-Forschung gilt dauerhaft hohe mTOR-Aktivität – ausgelöst durch anhaltend hohe Nahrungsaufnahme, insbesondere von Proteinen und rasch verfügbaren Kohlenhydraten – als ein Faktor, der Alterungsprozesse beschleunigen kann (Longo & Mattson, 2014).

Die gezielte, periodische Hemmung von mTOR durch Fastenphasen wird deshalb als potenziell anti-aging-relevant untersucht. Wichtig: Es geht nicht darum, mTOR dauerhaft zu unterdrücken – das wäre für Muskelerhalt und Zellregeneration kontraproduktiv. Die periodische Abwechslung aus Aktivierungs- und Hemmungsphasen ist das, was Intervallfasten in diesem Kontext interessant macht.

Sirtuine: Enzyme an der Schnittstelle von Fasten und Zellalterung

Sirtuine (SIRT1–SIRT7) sind eine Enzymfamilie, die NAD⁺-abhängig arbeitet und an der Regulation von DNA-Reparatur, Genexpression und Zellstoffwechsel beteiligt ist (Haigis & Sinclair, 2010). Im Fastenzustand steigt der NAD⁺-Spiegel in Zellen an – was Sirtuine aktiviert. Diese können dann unter anderem Entzündungsreaktionen dämpfen, die Mitochondrienfunktion unterstützen und an der epigenetischen Regulierung von Alterungsgenen beteiligt sein.

Die Verbindung zwischen Sirtuin-Aktivierung, Fasten und gesundem Altern ist Gegenstand aktiver Forschung; kausale Schlussfolgerungen für den Menschen sind noch nicht abschließend belegt. Aber das Bild, das sich zusammensetzt, ist konsistent: Autophagie, mTOR-Hemmung und Sirtuin-Aktivierung bilden ein Netzwerk zellulärer Prozesse, das durch Intervallfasten beeinflusst werden kann.


Welche Fastenmethoden sind für Longevity besonders relevant?

Intervallfasten ist kein monolithisches Konzept. Verschiedene Protokolle unterscheiden sich erheblich in Fastenintensität, Alltagstauglichkeit und dem Ausmaß, in dem sie Longevity-relevante Mechanismen aktivieren.

Methode Fastendauer Häufigkeit Longevity-Relevanz
16:8 16 Stunden täglich Täglich Gut untersucht; realistisches Zeitfenster für Autophagie-Aktivierung
5:2 ~500–600 kcal an 2 Tagen Wöchentlich Moderate Restriktion; pragmatisch für sozial aktive Alltage
OMAD (One Meal A Day) ~23 Stunden Täglich Intensivste Form; kaum Langzeitdaten, hohes Risiko für Nährstoffmangel
Circadianes IF Essensfenster am Morgen/Mittag Täglich Hohe Longevity-Relevanz durch circadiane Synchronisation
Prolonged Fasting 24–72 Stunden Periodisch Stärkste Autophagie-Induktion; nicht für selbstständige Praxis geeignet

16:8 ist die am häufigsten angewandte und am besten untersuchte Methode für den Alltag. Die DGE weist darauf hin, dass die Effekte auf Körpergewicht unter Intervallfasten mit denen einer kontinuierlichen Kalorienrestriktion vergleichbar sind – Intervallfasten von vielen Menschen aber als leichter durchhaltbar erlebt wird (DGE, o. J.). Rafael de Cabo (National Institute on Aging, NIH) und Mark Mattson (National Institute on Aging, NIH) fassen in ihrer viel zitierten Übersichtsarbeit zusammen, dass IF-Protokolle in klinischen Studien Körpergewicht, Nüchterninsulin und Entzündungsmarker wie CRP konsistent günstig beeinflussen – bei vergleichbarer Wirksamkeit unterschiedlicher Fastenprotokolle (de Cabo & Mattson, 2019).


Warum spielt das Zeitfenster des Essens eine Rolle? Circadianes Intervallfasten erklärt

Ein besonders relevanter Aspekt für Longevity ist die Frage, wann das Essensfenster liegt – nicht nur, wie lang es ist. Circadianes Intervallfasten (auch: time-restricted eating, TRE) nutzt die biologischen Rhythmen des Körpers: Stoffwechselprozesse wie Insulinsensitivität, Glukosetoleranz und Fettstoffwechsel unterliegen einem circadianen Rhythmus, der durch die innere Uhr gesteuert wird.

Studien deuten darauf hin, dass ein Essensfenster in den Morgen- und frühen Mittagsstunden – beispielsweise zwischen 7 und 15 Uhr – metabolische Marker günstiger beeinflusst als ein spätes Essensfenster (z. B. 12–20 Uhr), selbst bei identischer Gesamtkalorienaufnahme (de Cabo & Mattson, 2019). In einer randomisierten Studie verbesserte frühes time-restricted eating (TRE, Essensfenster 8–14 Uhr) über 5 Wochen die Insulinsensitivität und den systolischen Blutdruck bei übergewichtigen Männern mit Prädiabetes signifikant – ohne gleichzeitige Gewichtsabnahme (Sutton et al., 2018). Das liegt daran, dass die Insulinsensitivität morgens von Natur aus höher ist und der Körper Kohlenhydrate zu dieser Zeit effizienter verarbeitet.

Für Longevity ist dieser Aspekt aus zwei Gründen besonders interessant: Erstens arbeitet ein circadian ausgerichtetes Fasten-Ess-Muster mit den biologischen Rhythmen statt gegen sie – was chronische metabolische Dysregulation reduzieren kann. Zweitens gibt es Hinweise, dass spätes Essen chronobiologische Signalwege stört, die mit Entzündungsprozessen und beschleunigter Zellalterung in Verbindung stehen.

In der Praxis bedeutet circadianes Intervallfasten: letztes Essen am frühen Nachmittag, kein Snacken am Abend. Das ist für viele Menschen sozial herausfordernd – aber es ist eine Methode mit steigendem Longevity-Forschungsinteresse, die über das klassische 16:8-Muster hinausgeht.


Intervallfasten und vegane Ernährung: Was du konkret beachten solltest

Für Menschen, die sich vegan ernähren und Intervallfasten als Longevity-Strategie nutzen möchten, ergeben sich spezifische Überlegungen – ein Aspekt, den die meisten Artikel zu diesem Thema vollständig auslassen. Die Kombination ist grundsätzlich gut möglich, erfordert aber etwas mehr Planung.

„Longevity-Ernährung: Die wichtigsten Prinzipien“ gibt einen Überblick über die ernährungswissenschaftlichen Grundlagen im Kontext gesunden Älterwerdens.

Protein-Timing und -Versorgung: Wer 16 Stunden fastet und sich vegan ernährt, hat ein 8-Stunden-Fenster, in dem die gesamte Proteinversorgung erfolgen muss. Bei veganer Ernährung ist dabei auf ausreichende Mengen und gute Kombination pflanzlicher Proteinquellen zu achten – Hülsenfrüchte, Sojaprodukte, Tempeh, Nüsse, Samen und Vollkorngetreide als Basis. Insbesondere wer regelmäßig Sport treibt oder älter ist, sollte auf ausreichend Leucin achten – eine Aminosäure, die die Muskelproteinsynthese anregt und in pflanzlichen Quellen teils geringer konzentriert ist als in tierischen.

Kritische Nährstoffe bei veganer Ernährung im Fastenfenster:

  • Vitamin B12: Muss bei veganer Ernährung grundsätzlich supplementiert werden – unabhängig vom Fastenmuster. Wenn Mahlzeiten reduziert werden, sinkt die Gelegenheit zur Einnahme. B12-Präparat an eine feste Mahlzeit koppeln.
  • Zink und Eisen: Pflanzliche Quellen enthalten Phytate, die die Mineralstoffaufnahme hemmen. Bei kürzeren Essensfenstern ist darauf zu achten, zinkreiche Lebensmittel (Kürbiskerne, Hülsenfrüchte, Nüsse) regelmäßig einzubauen. Einweichen, Fermentieren und Keimen verbessern die Bioverfügbarkeit spürbar.
  • Omega-3-Fettsäuren (EPA/DHA): In pflanzlichen Quellen kaum enthalten. Ein Algenöl-Präparat kann sinnvoll sein – Einnahme mit einer fettreichen Mahlzeit für bessere Resorption.
  • Vitamin D: Unabhängig vom Fastenmuster ergänzen – insbesondere in den Wintermonaten und bei wenig Sonnenexposition.

Die gute Nachricht: Eine vollwertige vegane Ernährung, reich an Gemüse, Hülsenfrüchten, Vollkornprodukten, Nüssen und Samen, lässt sich innerhalb eines Intervallfasten-Essensfensters sehr gut realisieren – und bringt von sich aus viele Eigenschaften mit, die in der Longevity-Forschung positiv bewertet werden: hohe Ballaststoffdichte, antioxidative Phytonutrienten und einen geringen Anteil gesättigter Fette.


Für wen ist Intervallfasten nicht geeignet?

Intervallfasten ist keine universelle Empfehlung. Es gibt klare Kontraindikationen, die konsequent beachtet werden sollten:

  • Schwangerschaft und Stillzeit: In diesen Lebensphasen besteht ein deutlich erhöhter Nährstoffbedarf, der durch Fastenphasen gefährdet werden kann. Fasten ist während Schwangerschaft und Stillzeit nicht zu empfehlen.
  • Untergewicht oder Mangelernährung: Wer bereits einen niedrigen Körpergewichtsstatus hat oder unzureichend versorgt ist, sollte kein Intervallfasten praktizieren.
  • Essstörungen (aktuell oder in der Vorgeschichte): Restriktive Essmuster können bei entsprechender Vorgeschichte Essstörungen reaktivieren. Hier ist therapeutische Begleitung zwingend erforderlich.
  • Diabetes mellitus Typ 1 und bestimmte Formen von Typ 2: Besonders bei Insulintherapie oder bestimmten oralen Antidiabetika besteht Hypoglykämiegefahr. Ärztliche Abstimmung vor Beginn ist hier keine Option, sondern Voraussetzung.
  • Kinder und Jugendliche: In Wachstumsphasen ist eine kontinuierliche, bedarfsgerechte Nährstoffversorgung essenziell – Intervallfasten ist hier nicht indiziert.
  • Ältere Menschen mit erhöhtem Sarkopenie-Risiko: Wer ohnehin zu Muskelabbau neigt, muss bei verkürzten Essensfenstern besonders auf ausreichende Proteinzufuhr und regelmäßiges Krafttraining achten.

Bei anhaltenden Beschwerden, chronischen Erkrankungen oder Unsicherheit über den eigenen Gesundheitsstatus sollte vor Beginn des Intervallfastens eine ärztliche Abklärung erfolgen. Ernährung kann unterstützen – sie ersetzt aber keine medizinische Diagnose oder Behandlung.


FAQ: Häufige Fragen zu Intervallfasten und Longevity

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Wie lange muss ich fasten, damit Autophagie einsetzt?

Es gibt keine einheitliche, wissenschaftlich gesicherte Schwelle. Erste Autophagie-Aktivierungssignale zeigen sich in Studien nach etwa 12 bis 16 Stunden ohne Nahrungsaufnahme – abhängig von individuellen Faktoren wie Glykogenstatus, körperlicher Aktivität und Stoffwechsellage. Wer regelmäßig Sport treibt oder kohlenhydratarm isst, entleert Glykogenspeicher schneller und erreicht metabolisch relevante Fastenzustände möglicherweise früher. Eine pauschale Empfehlung lässt sich daraus jedoch nicht ableiten.

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Kann ich beim Fasten Wasser, Kaffee oder Tee trinken?

Wasser, ungesüßter Kräutertee und schwarzer Kaffee (ohne Milch, Zucker oder Zusätze) brechen den Fastenzustand im klassischen Sinne nicht. Sie liefern keine relevanten Kalorien und lösen keine wesentliche Insulinantwort aus. Schwarzer Kaffee enthält zudem Chlorogensäure und Coffein, für die Hinweise auf eine Beeinflussung von Autophagie-Signalwegen existieren – die Datenlage beim Menschen ist aber noch begrenzt.

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Ist Intervallfasten dasselbe wie Kalorienrestriktion?

Nein. Intervallfasten begrenzt das Zeitfenster des Essens, nicht zwangsläufig die Gesamtkalorienaufnahme. In der Praxis führt es jedoch oft zu einer spontanen Kalorienreduktion, weil weniger Gelegenheiten zum Essen bestehen. In Studien, die Kalorienrestriktion und Intervallfasten bei vergleichbarer Kalorienaufnahme gegenüberstellen, sind die metabolischen Effekte auf Gewicht und Stoffwechselparameter oft ähnlich ausgeprägt – Intervallfasten wird aber von vielen Menschen als leichter umsetzbar erlebt (DGE, o. J.).

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Verliere ich mit Intervallfasten Muskelmasse?

Das ist eine häufige und berechtigte Sorge. Bei ausreichender Proteinzufuhr und regelmäßigem Krafttraining ist Muskelmasseverlust durch Intervallfasten in Humanstudien nicht konsistent belegt. Wer sich vegan ernährt und fastet, sollte besonders auf Protein-Timing und -menge achten – das Essensfenster muss ausreichend Protein aus vielfältigen pflanzlichen Quellen liefern. Für ältere Menschen ist dieser Aspekt besonders relevant: Krafttraining schützt Muskelmasse bei weitem effektiver als jede Fastenmethode.

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Muss ich Intervallfasten täglich machen, damit es wirkt?

Die optimale Häufigkeit ist wissenschaftlich nicht etabliert. Manche Menschen praktizieren 16:8 täglich, andere nur an Werktagen oder einige Tage pro Woche. Für Longevity-Ziele gilt: Konsistenz über Monate ist wichtiger als kurzfristige Strenge. Eine Methode, die dauerhaft in den Alltag passt, ist effektiver als ein intensives Protokoll, das nach wenigen Wochen abgebrochen wird.

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Ist Intervallfasten für Frauen anders als für Männer?

Es gibt Hinweise, dass hormonelle Unterschiede – insbesondere im Zusammenhang mit dem weiblichen Zyklus – die Reaktion auf Fastenprotokolle beeinflussen können. Einige Frauen berichten über Zyklusstörungen oder Stimmungsveränderungen bei sehr restriktiven Protokollen. Moderate Einstiegsformen wie 12:12 oder 14:10 können für Frauen einen sanfteren Start ermöglichen. Bei Zyklusveränderungen unter Intervallfasten sollte ärztliche Rücksprache gehalten werden.

Fazit: Intervallfasten als Longevity-Werkzeug – einordnen statt überhöhen

Intervallfasten ist mehr als ein Ernährungstrend. Die Mechanismen, die es auslösen kann – Autophagie-Aktivierung, mTOR-Hemmung, Sirtuin-Aktivierung – sind eng mit zellulären Alterungsprozessen verknüpft und werden von der Longevity-Forschung intensiv untersucht. Gleichzeitig gilt: Direkte Belege für eine verlängerte Lebensspanne beim Menschen sind noch nicht vorhanden. Intervallfasten kann metabolische Gesundheit, Entzündungsmarker und zelluläre Reinigungsprozesse günstig beeinflussen – das ist ein fundierter, aber kein absoluter Befund.

Was das für dich bedeutet: Intervallfasten ist ein sinnvolles Werkzeug im Longevity-Repertoire, wenn es zu deiner Lebenssituation passt, nachhaltig umgesetzt wird und mit einer vollwertigen, nährstoffreichen Ernährung kombiniert ist. Es ist nie zu spät, damit zu beginnen – und auch unregelmäßiges Praktizieren kann erste Effekte haben. Den größten Unterschied macht eine Methode, die du langfristig durchhältst.

In der Longevity-Weiterbildung „Longevity Basics“ lernst du, wie du Intervallfasten, Autophagie und weitere Longevity-Strategien in deinen Alltag integrierst – wissenschaftlich fundiert, alltagstauglich und ohne Tracking-Stress.

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Literatur

Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) (o. J.). Intervallfasten. DGE. http://www.dge.de/gesunde-ernaehrung/diaeten-und-fasten/intervallfasten/

de Cabo R, Mattson MP (2019). Effects of Intermittent Fasting on Health, Aging, and Disease. New England Journal of Medicine, 381(26), 2541–2551. PMID: 31881139

Longo VD, Mattson MP (2014). Fasting: molecular mechanisms and clinical applications. Cell Metabolism, 19(2), 181–192. PMID: 24440038

Haigis MC, Sinclair DA (2010). Mammalian sirtuins: biological insights and disease relevance. Annual Review of Pathology: Mechanisms of Disease, 5, 253–295. PMID: 20078221

Saxton RA, Sabatini DM (2017). mTOR Signaling in Growth, Metabolism, and Disease. Cell, 168(6), 960–976. PMID: 28283069

Sutton EF, Beyl R, Early KS, Cefalu WT, Ravussin E, Peterson CM (2018). Early Time-Restricted Feeding Improves Insulin Sensitivity, Blood Pressure, and Oxidative Stress Even without Weight Loss in Men with Prediabetes. Cell Metabolism, 27(6), 1212–1221. PMID: 29754952

Nobel Assembly at Karolinska Institutet (2016). Press Release: The Nobel Prize in Physiology or Medicine 2016. Nobel Media AB. https://www.nobelprize.org/prizes/medicine/2016/press-release/

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Über Barbara Beil

Barbara Beil ist Ökotrophologin (B. Sc.) und Ernährungswissenschaftlerin (M. Sc.). Im Rahmen ihrer Masterarbeit forschte sie am Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR). Als Dozentin bei ecodemy begleitet sie Studierende rund um gesunde, pflanzenbasierte Ernährung – ihr Lieblingsthema ist die Sporternährung, die sie als Deutsche Meisterin im Kraftdreikampf auch selbst lebt.

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Eine Frau mittleren Alters geht zügig in der Natur – Zone-2-Training im Alltag.

Zone-2-Training: Ausdauer für ein langes Leben

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Wie jede Wissenschaft ist die Medizin sowie mit ihr verwandte Disziplinen ständigen Entwicklungen unterworfen. Forschung und klinische Erfahrungen erweitern unsere Erkenntnisse, insbesondere was die Behandlung und Therapie anbelangt. Soweit in unseren bereitgestellten Informationen eine Empfehlung, Dosierung, Applikation, o.ä. erwähnt wird, darfst du zwar darauf vertrauen, dass wir große Sorgfalt darauf verwandt haben, dass diese Angabe dem Wissensstand bei Fertigstellung des Werkes entspricht. Jedoch kann für solche keine Gewähr oder Haftung übernommen werden. Du bist angehalten diese selbst sorgfältig zu prüfen und handelst auf eigene Verantwortung hin. Ferner sollen unsere Empfehlungen und Beratungen im Falle einer vorliegenden Krankheit die ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung in keinem Falle ersetzen – es handelt sich nicht um eine Therapie. Du solltest daher die von uns bereitgestellten Informationen niemals als alleinige Quelle für gesundheitsbezogene Entscheidungen verwenden. Bei Beschwerden sollte auf jeden Fall ärztlicher Rat eingeholt werden.